Rom - In Italien sollen künftig touristische Ortstafeln auf Italienisch und in lokalem Dialekt zugelassen werden. Dies wurde von der Verkehrskommission der römischen Abgeordnetenkammer beschlossen, die einen dementsprechenden Antrag der Regierungspartei Lega Nord annahm. Die "Zweisprachigkeit" sei jedoch bei Wegweisern auf Straßen und Autobahnen ausgeschlossen. Diese könne nur bei Wegweisern in Gebieten gelten, deren Zweisprachigkeit von der italienischen Verfassung anerkannt sei, wie in Südtirol oder im Aostatal. Für die Lega Nord ist der Beschluss der Verkehrskommission ein politischer Erfolg. Um die lokale Identität der italienischen Regionen zu fördern, sei es notwendig, auch die regionalen "Sprachen" zu berücksichtigen, betonten die Parlamentarier der drittstärksten Partei im Mitte-Rechts-Bündnis von Ministerpräsident Silvio Berlusconi, die seit Monaten für die zweisprachigen Ortstafeln kämpfen. Unterstützung durch den Verkehrsminister Verkehrsminister Pietro Lunardi hatte die Forderung der Lega Nord unterstützt. Wichtig dabei sei es, bei Fremden keine Verwirrung über den "offiziellen" Namen der Ortschaft zu erzeugen, hatte der Minister betont. Die Parlamentarier der Lega Nord zeigten sich vorerst zufrieden. Wichtig sei, dass die Regierung Dialekte als wichtigen Bestandteil der lokalen Identität anerkenne. "Seit Jahren führen wir Bürgermeister in Norditalien eine Kampagne, damit unser Dialekt und unsere kulturellen Wurzeln anerkannt werden", sagte der Senator der Lega Nord, Ettore Pirovano, Bürgermeister von Caravaggio, einer lombardischen Ortschaft.(APA)