Oslo/Wien - Die belgische Armee hat in Norwegen Anfang Oktober offenbar Splitterbomben getestet. Wie die norwegische Zeitung "Nationen" am Freitag in ihrer Online-Ausgabe berichtet, hat ein fehlplatzierter Abwurf auf einem militärischen Übungsplatz im zentralnorwegischen Dovrefjell-Gebiet die Tests bekannt werden lassen. Ein Sprecher des norwegische Verteidigungsministeriums gab an, die Bombenversuche seien dem Ministerium nicht bekannt gewesen. Die norwegische Opposition wittert in dem Vorfall einen politischen Skandal mit weit reichenden Konsequenzen. Das norwegische Parlament hat sich in der Vergangenheit für ein internationales Verbot von Splitterbomben ausgesprochen.Man glaubt, dass alle Bombenreste gefunden worden seien Der Chef des Übungsplatzes Hjerkinn, Major Överby, bestätigte gegenüber der Zeitung, dass die Bombentests stattgefunden haben. Norwegische und belgische Flugzeuge hätten so genannte Cluster-Bomben am 7. Oktober über dem Übungsgebiet abgeworfen. Norwegische und belgische Entminungsexperten hätten mit Suchhunden das Gebiet durchforstet und "alles, was außerhalb des Übungsgebietes gelandet" sei, gesprengt. Man solle das Gebiet noch einmal durchkämmen, er glaube aber, dass alle Bombenreste gefunden worden und unschädlich gemacht worden seien. Der stellvertretende Parteichef der sozialistischen Linkspartei, Öystein Djupedal, sagte zu "Nationen": "Wenn das hier tatsächlich stimmt, dann ist das ein Skandal mit weit reichenden Konsequenzen für die Verantwortlichen." Derartige Tests unterminierten die norwegische Außenpolitik, so der Oppositionspolitiker. Hohe Quote an Blindgängern Splitterbomben existieren in verschiedenen Ausführungen und gehören zu den Arsenalen vieler Armeen weltweit. Sie gelten als besonders gefährlich, da sie eine relativ hohe Quote Blindgänger hinterlassen. Daher versuchen verschiedenen internationale Organisationen wie das Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) Splitterbomben verbieten zu lassen. Das Übungsgebiet Hjerkinn befindet sich in der Nähe des Nationalparks Dovrefjell und soll geschlossen werden. Die norwegische Naturschutzvereinigung hat in der Vergangenheit mehrmals auf die Gefahren durch übrig gebliebene Blindgänger sowie die Kosten der Sanierung des Gebietes hingewiesen. (APA)