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Richard Harris als König George II im Film 'King of the Wind'

Archivbild: APA/epa/Barry Batchelor
London - "Wenn es Ärger meinetwegen gibt, bin ich immer ein Ire. Wenn ich Erfolg habe, bin ich ein Engländer." Mit diesen Worten pflegte der Schauspieler Richard Harris, der am Freitag Abend im Alter von 72 Jahren gestorben ist, Fragen über seine Herkunft zu beantworten. Von beidem - Erfolg und Ärger - hatte Harris genug, galt er doch lange Zeit sowohl als starker Trinker als auch als einer der besten Mimen der Welt. Harris war stets stolz darauf, ein heftiger Trinker gewesen zu sein, der sich mit Kollegen wie Marlon Brandon, Kirk Douglas oder Charlton Heston Auseinandersetzungen lieferte, die ebenso wie einige Wirtshausschlägereien Schlagzeilen machten. Seinen großen Durchbruch und die Anerkennung als Charakterdarsteller erreichte er 1967 als König Arthur im Film "Camelot". Er spielte auch in Filmen wie "Die Kanonen von Navarone" (1961), "Meuterei auf der Bounty" (1962) und "Ein Mann, den sie Pferd nannten" (1970). Harris war als Sohn eines Mühlenbesitzers im irischen Limerick geboren worden und hatte zunächst gehofft, als professioneller Rugbyspieler Karriere zu machen. Eine Tuberkulose-Erkrankung veränderte sein Leben: Er begann, im Krankenbett Bücher zu lesen. "Die TB war das beste, was mir je passiert ist. Ich habe damals beschlossen, Schauspieler zu werden. Wenn ich damals nicht angefangen hätte, zu lesen, dann wäre ich wahrscheinlich heute Versicherungsvertreter", so Harris in einem Interview. Nach fünf harten Jahren als Schauspielstudent in London und auf vielen Londoner Bühnen ging er 1958 nach Hollywood, wo er den ersten Film drehte ("Alive and Kicking"). 1962 hatte er mit "This Sporting Life" - einem Film über einen Rugbyspieler - seinen ersten großen Erfolg. Für diesen Streifen wurde Harris auch für einen Oscar als bester Hauptdarsteller nominiert, ebenso wie 1991 für seine Rolle in "The Field". Richard Harris behauptete, sein wildes Leben mit Alkohol und vielen schönen Frauen habe am 11. August 1981 um 23.20 Uhr im Jockey Club in Washington geendet, als er zwei Flaschen Chateau Margaux des Jahrgangs 1947 bestellte. Ein Arzt hatte ihm mitgeteilt, er habe höchstens noch 18 Monate zu leben, falls er nicht zu trinken aufhöre - und er wollte ordentlich aufhören. Danach habe er nur noch gelegentlich ein Bier getrunken. Harris drehte noch mehrere Filme, die er als besonders schlecht bezeichnete. Sein Streifen "Tarzan, der Affenmensch" mit Bo Derek gehöre vermutlich sogar zu den schlechtesten Filmen, die je gedreht wurden. Dem stand jedoch eine beeindruckende Leistung in "Heinrich IV." gegenüber. Harris kaufte die Rechte an der Bühnenproduktion von "Camelot" und tourte damit um die Welt - eine Investition, die ihn zum Millionär machte. Einen Teil seines Lebens verbrachte er in seinem Steuer-Exil Paradise Island (Bahamas), den anderen Teil im Londoner "Savoy". Harris, der auch in "Gladiator" zu sehen war und zuletzt als Zauber-Professor Albus Dumbledore in den beiden "Harry Potter"-Filmen spielte, starb am Freitagabend in einem Londoner Krankenhaus an den Folgen der Hodgkin-Krankheit, einer Art Lymphdrüsenkrebs. Er hatte bis zu seinem Tod bestreiten lassen, dass er ernsthaft krank sei. Vielmehr ließ er erklären, er hoffe, auch beim dritten "Harry Potter"-Film wieder dabei zu sein. Harris hinterlässt drei Söhne aus seiner Ehe mit Elizabeth Rees-Williams, die in die Fußstapfen ihres Vaters getreten sind. Jamie und Jared sind Schauspieler, Damian ist Regisseur. (APA/AP/dpa/Reuters)