Washington/Gaza - Das neue palästinensische Kabinett, das am Dienstag vom Legislativrat in Ramallah bestätigt worden ist, erfüllt nach Angaben aus US-Kreisen nicht die Reform-Erwartungen der US-Regierung. "Die erforderlichen Veränderungen sind damit nicht abgeschlossen", verlautete am Dienstag aus Kreisen des US-Außenministeriums in Washington. Die radikalen islamischen Bewegungen Hamas und "Islamischer Heiliger Krieg" haben ihrerseits die Kabinettsumbildung durch Präsident Yasser Arafat kritisiert. Das neue Kabinett "bringe keinen großen Wechsel", erklärten beide Bewegungen in getrennten Erklärungen in Gaza. Notwendig sei eine "Strategie des Widerstandes." Jedoch könne die neue Regierung die Hoffnung der Palästinenser auf "ein nationales Widerstandsprogramm gegen die israelische Besetzung" nicht erfüllen. Arafat hat nach der Umbildung seines Kabinetts mehr "Transparenz" und "Pluralismus" versprochen. In seiner Regierungserklärung setzte er sich für eine Verständigung mit Israel ein. Zugleich kündigte er an, dass sich die palästinensische Führung nun auf die Vorbereitung der Parlaments- und Präsidentenwahlen am 20. Jänner nächsten Jahres konzentrieren werde. Die USA befürchten nach israelischen Informationen, dass Arafat mit deutlicher Mehrheit wiedergewählt wird. Aus diesem Grund wolle US-Präsident George W. Bush eine Verschiebung der Wahlen erreichen, hatte der israelischen Rundfunk berichtet. (APA/Reuters)