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Juan Antonio Bardem mit dem Goya-Preis der Spanischen Filmakademie für sein Lebenswerk, Februar 2002

Foto: REUTERS/Andrea Comas
Madrid - Juan Antonio Bardem, einer der meistdekorierten Filmregisseure der spanischen Kinogeschichte, ist am Mittwoch nach längerem Leiden an Hepatitis im Alter von 80 Jahren in einem Krankenhaus in Madrid an einem Herzversagen gestorben. Zusammen mit dem Regisseur Luis García Berlanga leitete Bardem, der auch als Drehbuchautor und Darsteller in Erscheinung trat, in den 50er Jahren die "goldene Zeit" des spanischen Kinos ein. Er wurde im Laufe seines Lebens mit zahlreichen Filmpreisen ausgezeichnet - auch im Ausland, unter anderem mit FIPRESCHI-Awards bei den Filmfestspielen von Cannes und Venedig. Spaniens Realismus Er drehte vor allem in den 50er Jahren mehrere am italienischen "Neorealismo" orientierte Filme, die in Spanien zu Kinoklassikern wurden. Dazu gehören "Calle Mayor" (Hauptstraße), "Muerte de un ciclista" (Tod eines Radfahrers) sowie "El ultimo dia de la guerra" (Der letzte Tag des Krieges). Sein Film "Esa pareja feliz" (Dieses glückliche Paar) markierte 1951 den Beginn eines spanischen Filmschaffens, das sich mit der Franco-Diktatur kritisch auseinandersetzte. Bardem gehörte zu einer "Dynastie" von Filmemachern und Schauspielern. Seine Eltern waren Theater-Darsteller, sein Neffe ist der gegenwärtig international bekannte Schauspieler Javier Bardem. Der Regisseur und Drehbuchautor war ein politisch engagierter Linker, seit 1943 Mitglied der Kommunistischen Partei Spaniens (PCE) und infolgedessen während der bis 1975 währenden Franco-Diktatur zeitweise inhaftiert. Im Februar dieses Jahres erhielt Bardem bei der Vergabe der Goya-Filmpreise, der "spanischen Oscars", einen Ehren-Goya. Damit sollte sein Gesamtwerk gewürdigt werden. (APA/dpa)