Wien - "Jörg Haider wird auf der Bundesliste aufscheinen", erklärte der neue interimistische FPÖ-Chef Herbert Haupt Donnerstag Abend in der ORF-TV-Konfrontation mit SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer. Ein Mann, der diese Partei so erfolgreich geführt habe, sollte klarerweise auf der freiheitlichen Liste sein. Damit handelt Haupt entschieden anders als sein heute zurück getretener Vorgänger Mathias Reichhold, der Haider einen Listenplatz verwehrt hatte. Und so bekräftigte Haupt auch: Reichhold und er seinen "zwei unterschiedliche Personen". "Ich werde die Partei so führen, wie ich es für notwendig erachte." Klar zurück wies Haupt, dass Reichhold nicht nur aus gesundheitlichen Gründen zurück getreten sei, sondern auch aus Resignation. "Nein, es war nicht Resignation", so Haupt, sondern das klare Kalkül, dass jemand, der nicht zu 100 Prozent über seine Gesundheit verfüge, einer Partei in einer schwierigen Zeit auch keine 100-prozentige Motivation geben könne. Er wünsche Reichhold nun jedenfalls alles Gute. Haupt bekräftigte, nach dem 24. November nicht nur weiter Sozialminister, sondern auch Parteichef sein zu wollen. Er werde "ein Ergebnis nach Hause bringen", welches dies möglich machen werde. Und Haider habe ihm, Haupt, in einem Gespräch heute Nachmittag dafür seine Unterstützung signalisiert. Der Kärntner Landeshauptmann werde ihn nicht nur in Kärnten, sondern in der gesamten Wahlbewegung unterstützen. Die Schuld am Zerbrechen der schwarz-blauen Koalition gab Haupt ganz klar Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V). Eingeleitet worden sei das Ende allerdings vom Vorarlberger Landeshauptmann Herbert Sausgruber (V) und dessen Nein zur 60. ASVG-Novelle. Der ÖVP hielt Haupt vor, nach dem Ausscheiden von Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer und Finanzminister Karl-Heinz Grasser den Koalitionsausschuss nicht einberufen zu haben. Gehe man noch einmal in die Regierung, werde man vorher jedenfalls einen guten Ehevertrag abschließen, kündigte Haupt an, "damit so etwas nicht noch einmal passiert". SPÖ: Nächster Pakt Schüssel-Haider steht schon "Jörg Haider ist der designierte nächste Obmann der FPÖ, und der nächste Pakt zwischen Schüssel und Haider zur Bildung einer blau-schwarzen Regierung ist bereits abgeschlossen", hielt SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures in der Nacht auf Freitag in einer Aussendung fest. Bis zum 24. November dürfe Haupt den FPÖ-Spitzenkandidaten mimen, danach müsse er für Jörg Haider Platz machen, kommentierte Bures die Aussagen Haupts in der TV-Konfrontation mit SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer. "Für diese Klarstellungen, die der neue Spitzenkandidat der FPÖ, Herbert Haupt, hier getroffen hat, muss man ihm eigentlich dankbar sein", so die SPÖ-Bundesgeschäftsführerin.(APA)