"Weil ich verdammt gerne singe und tanze" oder "Weil es wichtig ist, mit Gefühl, Ausdruck und Leidenschaft die Leute zu fesseln" ...

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Arabella Kiesbauer präsentiert ab Montag Woche für Woche ambitionierte Nachwuchs-Sänger in der Castingshow "Starmania" und will damit ...

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... nicht nur so manchen Jungstar zur Pose verleiten, sondern auch für den ORF "Taxi Orange"-Quoten erzielen.

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Noch bevor die eigentliche Konkurrenz richtig begonnen hat, wird im Internet bereits gerätselt: Wer wird denn nun Österreichs erster "Superstar"? Ist es Nicole ("Weil ich verdammt gerne singe und tanze)? Oder Silvia ("Für mich ist es wichtig, mit viel Gefühl, Ausdruck und Leidenschaft die Leute zu fesseln!")? Oder am Ende gar Shalva, der junge Mann, der von sich zu sagen weiß: "Bin der Sänger mit der goldenen Stimme." Zu beurteilen gilt es übrigens ein schlichtes Foto - keine Castingaufnahmen, keine Lebensläufe, nur das Äußere zählt. Vorerst. Ab Montag, dem 4. November, beginnt im ORF das größte Eigenvorhaben seit "Taxi Orange". Mit "Starmania" will der Küniglberg zurück in den Quotenhimmel, der zu besten Kutscherhof-Zeiten bei 1,3 Millionen lag. Nachwuchstalente singen dann Woche für Woche nach der "Millionenshow" in einstündigen Livesendungen um die Gunst des mittels Televoting und SMS entscheidenden Publikums. Nach den "Newsflashs" - eine Möglichkeit mehr, verbotene Unterbrecherwerbung elegant zu umgehen - präsentiert Moderatorin Arabella Kiesbauer das Ergebnis in einem zwanzigminütigen Nachschlag: Jeweils zwei Kandidaten kommen schließlich weiter in die Endrunde am 21. Februar. Nationaler Starruhm Dem Sieger winken nicht nur nationaler Starruhm, sondern auch ein Plattenvertrag mit Universal Music Austria. Das erste "Starmania"-Doppelalbum wird ab 16. Dezember im Handel erhältlich sein. Universal-Geschäftsführer, der ehemalige Ö3-Chef Bogdan Roscic, freut sich auf ein einträgliches Weihnachtsgeschäft: ",Starmania' wird in Österreich das große Musikthema der nächsten Monate sein." Für die Bertelsmann-Tochter Grundy Light Entertainment ist es das jetzt schon. Dort prüft man zurzeit rechtliche Schritte, habe doch der ORF Teile von ihrer für RTL produzierten Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" (Start: 9. November) abgekupfert (siehe dazu: "Starmania" abgekupfert? ). Und damit indirekt vom teuren britischen Original "Pop Idol", mit dem "Spice Girls"-Entdecker Simon Fuller international Kasse macht. Neben England und den USA lief die Show bereits in Südafrika und Polen, 20 weitere Länder haben angefragt. Die Rechte liegen bei FremantleMedia, dem weltweiten Produktionsarm der RTL Group. Weltumspannender Bewerb "World Idol" in Planung "Wesentliche Unterschiede" zu "Pop Idol" will freilich ORF-Programmdirektor Reinhard Scolik ausmachen, so zum Beispiel gebe es keine Jury. Bei den Vorrundencastings sehr wohl, entgegnet Grundy Light: "In Grundzügen sind ,Starmania' und ,Pop Idol' das gleiche Format." Beim ORF wiederum will man von all dem nichts wissen: "Wir greifen den internationalen TV-Trend zu Musikshows im Fernsehen auf", meinte Scolik bereits bei der Präsentation des Formats. An der großen Vision der "Pop Idol"-Macher wird der ORF freilich nicht teilhaben können. Längst schon plant Simon Fuller "World Idol", einen weltumspannenden Bewerb, in dem die Finalisten aller Shows gegeneinander antreten. Pech für Veronika und Co: Dieser Spaß ist ihnen nicht vergönnt. (Doris Priesching/DER STANDARD; Printausgabe, 2./3.11.2002)