Wien - Die FPÖ sei derzeit nicht einschätzbar, es sei "völlig offen", mit welcher Partei man es nach der Wahl zu tun haben werde, sagt der stellvertretende ÖVP-Obmann, Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer, und vermeidet so eine definitive Aussage über einen etwaigen Koalitionspartner. Klar sei aber, dass "die ÖVP die Wahl gewinnen will. Das ist die erste Option", so Molterer im Radio-"Journal zu Gast" am Samstag. Den Kauf von Abfangjägern verteidigte Molterer aus Gründen der Sicherheit - eine Entscheidung werde die neue Regierung treffen müssen. Platz Eins sei möglich, aber mit harter Arbeit verbunden, betonte Molterer. Er rechnet mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen um den ersten, aber auch um den dritten Platz. Den Vorwurf des geschäftsführenden FPÖ-Obmannes, Minister Herbert Haupt, die ÖVP habe den Bruch der Koalition angestrebt, wies Molterer als "fast ein bisschen lächerlich" zurück. Die Studiengebühren hält Molterer für richtig, Verbesserungsmöglichkeiten gebe es sicherlich bei den - ebenfalls vom Grundsatz her richtigen - Ambulanzgebühren. Was die immer wieder kritisierte Besteuerung der Unfallrenten anlangt, meinte Molterer, man solle sich besser Gedanken machen, soziale Härten in anderer Form auszugleichen. Er, Molterer, habe nie einen Joint geraucht - so lautete seine Antwort auf ein anderes Wahlkampfthema, nämlich die Entkriminalisierung von Cannabis-Produkten, was die Grünen verlangen. Und Stichwort Steuersenkung: "Selbstverständlich ja", Ziel sei das Jahr 2004. SPÖ: "Eiertanz" Kritik an Molterers Aussagen äußerte SPö-Klubobmann Josef Cap. "Molterer setzt den ÖVP-Eiertanz um künftige Koalitionen fort", sagte Cap in einer Aussendung am Samstag. Für ihn sei klar, dass die ÖVP, "wenn es sich nur irgendwie ausgeht, eine Neuauflage von Schwarz-Blau will".(APA)