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Der ehemalige Ministerpräsident Benjamin Netanyahu ist als Nachfolger für Außenminister Peres im Gespräch.

Foto: EPA/AFPI/Odd Andersen
Jerusalem - Nach dem Bruch der israelischen Regierungskoalition muss Ministerpräsident Ariel Sharon nach Ansicht eines Kabinettsmitglieds möglicherweise Neuwahlen ansetzen. Wenn es Sharon nicht "innerhalb von einer Woche oder zehn Tagen" gelänge, eine neue Koalition zu bilden, müsse er sich "schnell" für Neuwahlen entscheiden, sagte der Minister für regionale Zusammenarbeit, Roni Milo, am Samstag im israelischen Rundfunk. Angesichts der wirtschaftlichen Lage des Landes seien Wahlen allerdings "die schlechteste Alternative". Netanyahu will Antwort bis Sonntag geben Milo sagte weiter, dass eine Annäherung zwischen Sharon und seinem partei-internen Rivalen Benjamin Netanyahu gut für eine neue Regierungskoalition mit "anderen rechten Parteien" wäre. Sharon hat Netanyahu den Posten des Außenministers angeboten. Der frühere Regierungschef werde seine Antwort am Sonntag bekannt geben, berichtete der Rundfunk. Innerhalb der Partei werde davon ausgegangen, dass Netanyahu annehmen werde. Der bisherige Außenminister Shimon Peres hatte am Mittwoch seinen Rücktritt eingereicht, nachdem das Regierungsbündnis seiner Arbeitspartei mit dem Likud-Block geplatzt war. Am Rande einer Nahost-Veranstaltung in Formentor auf der spanischen Insel Mallorca sagte Peres am Samstag: "Der Frieden ist näher, als wir glauben". Israelis, Palästinenser und die internationale Gemeinschaft seien sich "zum ersten Mal" darüber einig, dass ein palästinensische Staat gegründet werden solle, begründete Peres seinen Optimismus. Wahlen eines Palästinenserpräsidenten bei Abzug der israelischen Truppen Der ehemalige Sicherheitsberater von Palästinenser-Präsident Yasser Arafat, Mohammed Dahlan, sagte in Formentor, die für Jänner geplante Wahl eines Palästinenser-Präsidenten könne nur abgehalten werden, wenn Israel seine Truppen bis dahin aus den autonomen Gebieten zurückgezogen habe. "Zwischen Schützenpanzern kann man nicht wählen". Das Problem bestehe im übrigen weniger darin, ob Arafat sein Amt weiter ausübe oder nicht, sondern darin, dass der politische Prozess "durch den Krieg" unterbrochen sei.(APA)