Wien - Nach dem ersten Teilrückzug der Telecom Italia (TI) aus der Telekom Austria (TA) rechnen heimische Analysten nun mit einer Kursbelebung bei der TA. "Das kann nur gut sein für die Aktionäre und das Unternehmen", meinte Erste Bank-Analyst Konrad Sveceny am Montag auf Anfrage. Nachdem mit dem Verkauf der 75 Millionen TI-Aktien der "Mühlenstein des drohenden Aktienüberhangs" bald wegkomme, würden nun wieder Fundamentaldaten der TA in den Vordergrund rücken, so Sveceny. Die TA veröffentlicht ihre Ergebnisse zum dritten Quartal am 20. November.Erste sieht Kursziel bei 9,80 Euro Die Erste Bank sieht das Kursziel der TA bei 9,80 Euro, rund 38,5 Prozent über dem derzeitigen Kurs (14 Uhr) von 7,63 Euro - ein Ziel, "das in den nächsten sechs Monaten nun eher zu realisieren sein wird", meint Sveceny. Nach Einschätzung von Claudia Vince-Bsteh, Analystin bei der Raiffeisen Centrobank (RCB), könnte kurzfristig Druck auf die TA-Aktie entstehen, da durch die hohe außerbörsliche Platzierung die Nachfrage an der Börse sinken dürfte. Insgesamt bewertet aber auch Vince-Bsteh die Erhöhung des Streubesitzes positiv. Da die neuen Investoren ihre Anteile sicher längerfristig halten würden, sei eine Überschwemmung des Marktes mit Aktien nicht zu befürchten. Auch Sveceny fürchtet keinen Druck auf die Aktie auf Grund der deutlichen Erhöhung des Streubesitzes. Im Gegenteil: Nun da die Aktien bald platziert sein würden, habe die TA-Aktie wieder Potenzial, sich nach oben zu bewegen. In den vergangenen drei Wochen habe die TA auf Grund der Unsicherheit über die weiteren Schritte der TI hinter ihrer Peer Group hinterher gehinkt. "Das kann sich jetzt wieder ändern", meint Sveceny. Weitere Verkäufe 2003 erwartet Der Erste-Analyst geht davon aus, dass die TI im kommenden Jahr auch den Rest ihrer TA-Anteile veräußern wird, womit der Streubesitz auf rund 53 Prozent ansteigen würde. "Das wäre wichtig für internationale Investoren, denn dann besteht auch Übernahmefantasie", betont Sveceny. Offen ist allerdings noch, was die Staatsholding ÖIAG mit ihrem 47,2 Prozent-Anteil machen wird. Das hänge stark vom Ausgang der Wahlen am 24. November ab. Selbst wenn die nächste Regierung bei der weiteren Privatisierung auf die Bremse steigen sollte, wäre das jedoch bei einem Streubesitz von 53 Prozent "kein Malheur", meint Sveceny. (APA)