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Lonnie Donegan, Urgestein der britischen Folkmusik

Foto: Archiv
London - Lonnie Donegan, Urgestein der britischen Folkmusik und Erfinder des "Skiffle"-Sounds, ist im Alter von 71 Jahren gestorben. Der Musiker starb am Sonntag in Peterborough. Er war auf einer Tournee, obwohl er bereits mehrere Herzinfarkte erlitten hatte. Musik mit dem Waschbrett Donegans Mischung amerikanischer Blues- und Folkeinflüsse mit einem eigenen, mit Waschbrettern erzeugten Rhythmus kombiniert. Dieser Skiffle-Sound war Ende der 50er Jahre in Großbritannien populär und weckte beispielsweise bei John Lennon, George Harrison und Pete Townshend den Wunsch, Gitarre spielen zu wollen. Donegan wurde so zum Wegbereiter der britischen Pop-Explosion mit Gruppen wie den Beatles, The Who und einer Vielzahl weiterer Bands wie den Searchers. Bass aus der Teekiste Zu seinen bekanntesten Liedern gehörte "Does Your Chewing Gum Lose Its Flavor (On the Bedpost Overnight)", "My Old Man's A Dustman" und "Rock Island Line". Geboren 1931 als Anthony Donegan in Glasgow nannte er sich später mit Vornamen Lonnie, nach dem Blues-Musiker Lonnie Johnson. Skiffle war einfach und billig: Man brauchte eine Gitarre, ein Waschbrett und einen Bass, der aus einer Teekiste und einer daran befestigten, mit einem Besenstiel gespannten Schnur gebaut wurde. An musikalischen Fähigkeiten reichte zunächst einmal die Kenntnis von zwei Akkorden. Tributes to Donegan von Pop-Rock-Größen Townshend traf Who-Sänger Roger Daltrey in einer Skiffle-Gruppe, den Detours. Elton John, Ringo Starr und Brian May von Queen zollten Donegan Respekt, indem sie 1978 auf dem Tributalbum "Puttin' On The Style" mitwirkten. Donegan trat 1999 mit Van Morrison auf, das Konzert wurde unter dem Titel "Skiffle Sessions" als Album veröffentlicht. Auch Van Morrison begann seine Karriere in einer Skiffle-Gruppe: Den Sputniks. Vor zwei Jahren wurde Donegan von Königin Elizabeth II. mit dem Orden des Britischen Empires ausgezeichnet. (APA/AP)