Paris - In den französischen Alpen haben Archäologen Europas ältestes Salzbergwerk entdeckt. Wie das Pariser Forschungszentrum Centre national de la recherche scientifique (CNRS) am Montag bekannt gab, wurde die mehr als 7.500 Jahre alte Einrichtung am Grunde eines im 17. Jahrhundert angelegten Brunnens in Moriez entdeckt. Das aus der älteren Jungsteinzeit stammende Bergwerk sei der älteste bisher bekannte Salzabbau in Europa. Den Angaben zufolge wurden der Archäologe Denis Morin und seine Mannschaft von der Universität Toulouse im geologischen Schutzgebiet Haute-Provence im Südosten Frankreichs fündig: Sie stießen in neun Meter Tiefe auf mehrere zum Teil behauene Holzpfeiler, die senkrecht in mergeliges, mit Salzwasser durchtränktes Gestein gerammt waren. Kreisförmig um einen mutmaßlich als Sickergrube oder Zisterne genutzten Brunnen angeordnete Holzbalken ergänzten diese Anordnung. Die Wände des Brunnens bestanden aus einem Flechtwerk, das die Salzquelle vor dem Verschütten schützte. Zwei der hervorragend erhaltenen Holz-Stücke wurden den Angaben zufolge auf 5735 bis 5624 Jahre vor unserer Zeitrechnung taxiert. Mit weiter gehenden Studien an den Ablagerungen und möglichen Pollen wollen die Forscher nun unter anderem herausfinden, unter welchen klimatischen Bedingungen Europas erste Salz-Bergwerker gearbeitet hatten. (APA)