Haider, Hussein und die "Nummer zwei" Izzat Ibrahim.

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Washington/Klagenfurt/Wien - Das US-Außenministerium hat seinen Unmut über die neuerliche Irak-Reise des Kärntner Landeshauptmanns Haider und sein Treffen mit dem irakischen Staatspräsidenten Saddam Hussein ausgedrückt. Beim Pressebriefing am Montag reagierte der Sprecher des State Department, Richard Boucher, auf eine Frage zu Haiders Treffen mit Saddam Hussein mit der kurzen Bemerkung, "Leute vom gleichen Schlag?" ("Birds of a Feather?" laut Transkript des Briefings). Damit bezog er sich offenbar auf das Sprichwort "Birds of a Feather stick together" ("Gleich und gleich gesellt sich gern"). Auf eine weitere Frage, welche Haltung die USA gegenüber Politikern aus demokratischen Ländern einnähme, "die in den Irak fahren, um mit Saddam Hussein zu plaudern", sagte Boucher: "Dazu werde ich keine neue Haltung einnehmen". Bereits Haiders erste Irak-Reise in diesem Jahr war vom State Department in einer Presseerklärung als "kontraproduktiv" verurteilt worden. Zu Haiders zweiter Reise im Mai wollte Washington keinen Kommentar mehr abgeben. Von Saddam Husseins Aussage beim Gespräch mit Haider, er würde eine neue UNO-Resolution "in Erwägung ziehen", zeigte sich Boucher wenig beeindruckt. Saddam Hussein habe offenbar heute etwas anderes als gestern gesagt und werde morgen möglicherweise wieder etwas anderes sagen. Der UNO-Sicherheitsrat müsse handeln, forderte der US-Sprecher. Haider: Gespräch mit Hussein größtenteils wirtschaftlichen Charakters In der Zwischenzeit ist Haider von seiner Irak-Reise nach Klagenfurt auch schon wieder zurückgekehrt. Bei seinem Gespräch mit dem irakischen Staatspräsidenten Saddam Hussein am Montag sei es größtenteils um wirtschaftliche Themen gegangen, sagte Haider gegenüber dem ORF-Radio. Saddam habe ihm versprochen, dass österreichische Unternehmen bei der irakischen Auftragsvergabe "das Rennen machen" werden. "Ich habe heute ein sehr langes Gespräch gehabt und es war zum Unterschied vom ersten Mal neben der politischen Analyse auch die Bereitschaft des Präsidenten gegeben, konkret über österreichische Projekte zu reden", sagte Haider. Zum Schluss des Gesprächs habe Saddam die Dolmetscher aus dem Raum geschickt und ihm im Beisein von Außenminister Naji Sabri versprochen, "wann immer wir österreichische Projekte vorrangig platzieren wollen und ins Geschäft kommen wollen, dann wird Österreich das Rennen machen". Saddam habe den Außenminister auch einen entsprechenden Auftrag erteilt, so Haider.(APA)