London - Der Iran sollte nach den Vorstellungen des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon nach einem Krieg der USA gegen den Irak das nächste Ziel sein. In einem Interview mit der britischen Tageszeitung "The Times" (Dienstag-Ausgabe) bezeichnete Sharon den Iran als "Zentrum des weltweiten Terrorismus". Das Land, das US-Präsident George W. Bush gemeinsam mit dem Irak und Nordkorea auf einer "Achse des Bösen" eingeordnet hatte, müsse unmittelbar nach Beendigung einer Militärintervention im Irak unter Druck gesetzt werden. Der Iran unternehme "jede Anstrengung", um an Masssenvernichtungswaffen zu kommen, und sei eine "Bedrohung für den Nahen Osten, Israel und Europa", sagte Sharon. Die "freie Welt" müsse alle notwendigen Schritte einleiten, um "unverantwortliche Staaten" daran zu hindern, an Massenvernichtungswaffen zu gelangen. Dies gelte für den Irak und den Iran, aber auch für Libyen, das an der Entwicklung einer Atombombe arbeite. Im Falle eines Angriffs droht Sharon mit Vergeltung Sharon drohte der Führung in Bagdad zugleich mit Vergeltung, sollte Israel mit chemischen oder biologischen Waffen angegriffen werden. "Wenn Israel mit Massenvernichtungswaffen angegriffen wird, wird Israel reagieren", betonte der israelische Regierungschef. Der oberste geistliche Führer des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, hat unterdessen den USA Selbstherrlichkeit vorgeworfen und ihnen ein Fiasko im Falle eines Angriffs auf den Irak vorausgesagt. In einer Ansprache zum 23. Jahrestag der Geiselnahme in der US-Botschaft in Teheran sagte Khamenei am Montagabend vor mehreren Tausend Studenten und Schülern, die Amerikaner würden sich aufführen, als wären sie die "Herren der Welt". "Sie tun so, als ob der Nahe Osten ihr Eigentum wäre. Das liegt in ihrer arroganten Natur." Doch ihr Vorhaben werde scheitern.(APA/AFP)