Wien - 5.000 Plätze im Auffangnetz zur Jugendausbildung fordert der Präsident der Arbeiterkammer (AK), Herbert Tumpel, von der Regierung, damit alle Jungen zu ihrem Recht auf Ausbildung kommen. Die von der Regierung beschlossenen 3.000 Schulungsplätze seien viel zu wenig. Von dem Versprechen, dass jeder Jugendliche eine Lehrstelle bekommt, sei die Regierung meilenweit entfernt, so Tumpel am Dienstag. Der AK-Präsident verlangt auch, dass Jugendliche im Auffangnetz die Ausbildung bis zum Lehrabschluss machen können und so eine wirkliche Perspektive für den Arbeitsmarkt haben. Die Jugendlichen nur in 10-monatigen Lehrgängen zu parken, sei zu wenig. Eine vollständige Ausbildung sei notwendig, um am Arbeitsmarkt eine Chancen zu haben. Die Lage für Jugendliche, die eine Lehrstelle suchen, wird immer dramatischer. Ende Oktober haben in Österreich 11.464 Jugendliche eine Lehrstelle gesucht. Das sind um 2.400 mehr als im Oktober des Vorjahres. Für sie gab es aber nur 2.700 offene Lehrstellen. Das sind noch einmal um zwei Prozent weniger offene Lehrstellen als im Oktober 2001. Für die Situation der Jungen sei die Regierung verantwortlich, sie habe zweieinhalb Jahre lang bei der Jugendausbildung gekürzt und gestrichen und das Auffangnetz zur Jugendausbildung ausgehungert, kritisierte Tumpel. Die Lösungen, die die Regierung jetzt anbietet, sind halbherzig und kommen viel zu spät. Von den 11.464 betroffenen Jugendlichen haben mehr als 5.000 Ende Oktober ganz akut eine Lehrstelle gesucht, noch einmal 6.459 sind in kurzfristigen Schulungen untergebracht, brauchen aber auch dringend und schnell eine Lehrstelle. Für sie hat die Wirtschaft aber im Oktober nur 2.717 offene Lehrstellen angeboten. Trotz Milliarden-Förderungen bilde die Wirtschaft immer weniger Jugendliche aus, sagt Tumpel, und die Regierung habe das dringend notwendige Auffangnetz seit Jahren systematisch ausgehungert. Der Wirtschaftsminister hat die Plätze zur Jugendausbildung trotz der dramatischen Lehrstellensituation von 4.400 im Jahr 1999 auf 2.600 abgebaut. "Jetzt hat die Regierung 3.000 Plätze beschlossen", sagt Tumpel, "das ist viel zu wenig, nicht mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein." Neben einer Aufstockung des Auffangnetzes auf 5.000 Plätze fordert Tumpel mehr Qualität in der Lehrausbildung. Statt der angekündigten Gießkannenförderung ohne Qualitätskriterien sollte die 1.000 Euro-Förderung pro Lehrling nur bei positivem Lehrabschluss gewährt werden.Lehrlinge sollen neben dem Betrieb und der Berufsschule auch in Partnerbetrieben und in Kursen ausgebildet werden. Darüber hinaus sollten alle Ausbildner eine verpflichtende Ausbildung mit Prüfungen erhalten. (APA)