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Zurück vom Irak und gleich voll in den bundesweiten Wahlkampf: Jörg Haider zieht für die blauen wieder österreichweit in den Wahlkampf

foto: apa/eggenberger
Wien - Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (F) steht vor seinem Einstieg in den bundesweiten Wahlkampf. In einem "News"-Interview erklärte der Altparteiobmann, wenn der FP-Spitzenkandidat Herbert Haupt es wünsche, werde er ihn "natürlich" auch bundesweit unterstützen. Sollte das Wahlergebnis für die FPÖ unter 15 Prozent liegen, wolle er sich für eine "Neugründung" der Partei einsetzen. Dabei werde er nicht nur zuschauen. Zu den Austrittsaufforderrungen an die abgetretenen FPÖ-Spitzen meinte er, noch könnten die Betroffenen ja im Wahlkampf mithelfen. Sollten Finanzminister Karl-Heinz Grasser (F), Vizekanzlerin Susanne Ries-Passer und Ex-Klubobmann Peter Westentaler (F) aber nicht mithelfen, werde man nach den Wahlen in der FPÖ "ernsthaft" über einen Ausschluss reden. "Das wird in der FPÖ keiner gutheißen", so Haider. Haider: Grasser will Job an der "Ostküste" Auf die Kritik Grassers an seiner Irak-Reise antwortete er mit verbalen Gegenattacken: "Ich habe Überzeugungen und er hat Interessen zu allererst für sich." Grasser wolle einen "Job in den USA" und brauche "offenbar das Wohlwollen der Ostküste", "der Finanzwelt und des Bankenbereichs im Ost-Establishment". "Da kann ihm eine araberfreundliche Politik ja nicht hilfreich sein", meint Haider. Kann nicht einfach nur zuschauen Zu seiner möglichen Rückkehr in die Bundespolitik sagte Haider, "wenn man so viele Jahrzehnten für etwas gearbeitet hat, dann kann man nicht einfach nur zuschauen". Haupt solle nur FP-Obmann bleiben, wenn "es gelingt genügend Wähler zu mobilisieren". Seine "Schmerzgrenze" setzt Haider bei 15 bis 20 Prozent. Fällt die FPÖ unter 15 Prozent - nach der jüngsten Gallup-Umfrage liegen die Freiheitlichen nur noch bei 9 Prozent - wird es laut Haider "eine gründliche Analyse und eine Neugründung geben". Schwarz-Blau ausgeschlossen Eine Koalition mit der ÖVP unter Bundeskanzler Wolfgang Schüssel schloss Haider erneut klar aus: "Ich möchte es mir ersparen, mit Leuten am Tisch zu sitzen, die keinerlei Handschlagqualität haben." Seiner Ansicht nach hat Schüssel "die Koalition mutwillig zerbrochen". "Ich will Unheil von der FPÖ abwenden und verhindern, dass man noch mal auf so einen treulosen Spieler hereinfällt", meint Haider. Will an keinen Koalitionsverhandlungen teilnehmen An möglichen Koalitionsverhandlungen nach den Wahlen will der FP-Altobmann nicht teilnehmen. "Ich werde ersuchen mich von diesen Verhandlungen zu befreien." Sollte es zu einer Neuauflage von Schwarz-Blau kommen verlangt er aber bereits vorab "andere Mechanismen". "Es kann dann nicht mehr so sein, ... dass die FPÖ nur die Überbringerin der schlechten Botschaften ist und die ÖVP nur positive Botschaften verkünden kann", meint Haider. Rot-Blau als Option Der Kärntner Landeshauptmann schließt aber auch eine Koalition zwischen FPÖ und SPÖ nicht aus. "Ich kann mir das sehr wohl vorstellen", meint Haider weiter. Dass die SPÖ als Nummer zwei in Opposition geht, glaubt er nicht. Schon die Ansage Schüssels 1999, wonach die ÖVP als Dritter in Opposition gehen werde, habe er bereits vor den Wahlen nicht geglaubt. Jeder, der Schüssel kenne wisse, "dass er ohne die Schalthebel der Macht ein menschliches Nichts ist", meint Haider wörtlich. Die Kritik Schüssels an Haider Irak-Reise wies der Kärntner Landeshauptmann erneut zurück. Im "News"-Interview sprach er von einer "typischen Doppelzüngigkeit. Der Kanzler schreibe selbst "politische Liebesbriefe an die rechte Hand von Saddam Hussein", meinte Haider. (APA)