London - Rund 100 Jahre nach den Antarktis-Expeditionen von Robert Falcon Scott (1868-1912) bedrohen Salze und Pilze die Hütten des zweiten Mannes am Südpol. Wie die britische Wissenschaftszeitung "New Scientist" berichtet, dringen die Salze in das Holz ein und zerfressen die Strukturen. "Der Salzgehalt in dem Holz ist unglaublich", sagte Benjamin Held von der US-Universität Minnesota. Gemeinsam mit einer Forschergruppe der neuseeländischen Universität von Waikato hatte er die Schäden an den Hütten festgestellt. Vor Scott hatte nur der Norweger Roald Amundsen den Südpol erreicht. Doppel-Attacke Nach ersten Erkenntnissen der Forscher schädigt der stark salzhaltige Wind die Außenwände der Hütten. An den Seiten haben sich demnach Salzkrusten gebildet, von denen aus Kristalle in das Holz vordringen. Gleichzeitig greifen den Angaben zufolge Phialophora- Pilze das Holz vom Boden aus an. Betroffen sind eine während Scotts erster Expedition (1901 und 1904) gebaute Hütte am Hut Point sowie eine bei der "Terranova"- Expedition (1910-1912) genutzte Unterkunft am Kap Evans. Scotts Hütten waren in den vierziger Jahren entdeckt worden. Inzwischen besuchen jährlich bis zu 2.000 Menschen die berühmten Hinterlassenschaften auf organisierten Antarktis-Touren. Scott war 1912 auf dem Rückweg von einer Expedition gestorben. (APA/dpa)