Cambridge/Wien - Zweitgeborene Zwillingskinder haben ein im Vergleich mit anderen Kindern relativ hohes Risiko, noch während der Geburt zu sterben. Das geht aus einer Studie des Rose Maternity Hospital in Cambridge an Entbindungen von 4.500 Zwillingen zwischen 1992 und 1997 in Schottland hervor. Das Risiko soll (innerhalb der untersuchten Gruppe, die allerdings nicht besonders groß ist) durch einen Kaiserschnitt deutlich verringert werden. Von 454 zweitgeborenen Zwillingen, die mit einem derartigen Kaiserschnitt zur Welt gebracht wurden, starb kein einziges Kind. Bei normalen Entbindungen - also ohne Kaiserschnitt - starb durchschnittlich einer von 270 zweitgeborenen Zwillingen. Sauerstoffmangel Als häufigste Todesursache stellten die WissenschafterInnen Sauerstoffmangel fest, während der Geburt bleibe das zweite Kind oft zu lange im Geburtskanal und bekomme dann nicht genug Sauerstoff. Laut ForscherInnen sind die Todesraten bei den Zweitgeborenen jedenfalls wesentlich höher als bei den Geburten von Einzelkindern im Vergleichszeitraum. Die britischen ForscherInnen räumen ein, dass die Zahl der analysierten Kaiserschnittgeburten zu klein sein, um daraus generelle Empfehlungen für die Entbindung von Zwillingen abzuleiten. Werdende Mütter von Zwillingen sollten aber auf jeden Fall über das Risiko einer normalen Geburt und den theoretisch möglichen schützenden Effekt einer Kaiserschnittgeburt Bescheid wissen. (APA)