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Auch wenn man Hans Reisetbauer nicht zuletzt wegen seiner fundamentalen Vogelbeer-Schnäpse kennt, sagt er: "Meine Frucht ist die Williams." Die er vornehmlich zu Schnäpsen von intensiver Subtilität verarbeitet, nur heuer war die klimatische Situation dermaßen ungünstig, dass weder Qualität noch Ertrag passten. Weshalb Hans Reisetbauer also Material zum Experimentieren zur Verfügung stand: selektive Ernte, schonende Pressung, schnelles Arbeiten, um der Oxidation vorzubeugen, Gärung zuerst zu Wein und dann noch einmal zu Sekt. Es sei ein äußerst vorsichtiges Arbeiten gewesen, so Reisetbauer, weil der geringe Alkohol-Anteil (sieben Prozent) den Birnen-Wein natürlich sehr sensibel mache und auch stabilisierende Zucker-Dosagen für Reisetbauer nicht in Frage kämen. Das resultierende Getränk ist jedenfalls sehr speziell, lebhafte Kohlensäure und ein ganz feines, elegantes Birnen-Aroma, das sich im Glas erst langsam erschließt, keinesfalls ein Birnen-Overkill, eher erfrischend und zart. (DerStandard/rondo/floh/8/11/02)