Österreich ist laut einer EU-Studie bei E-Government-Lösungen von Platz neun auf Platz elf abgerutscht. Im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien diskutierten Experten im Haus der Industrie notwendige Forderungen an eine funktionierende elektronische Verwaltung. Demnach hat Österreich mit einer breiten Internetdurchdringung beste Voraussetzungen für funktionierende Lösungen. Doch fehle es nach wie vor an einer ausgereiften und einheitlichen Strategie. "Die Weiterentwicklung von E-Government ist eine Aufgabe für die nächste Bundesregierung. Es müssen auch Personen nach Außen auftreten, eine Mrs. oder ein Mr. E-Government ist notwendig", fordert Erhard Fürst, Bereichsleiter Industriepolitik und Ökonomie der Industriellenvereinigung (IV). Umfrage Laut einer aktuellen IV-Umfrage unter 28 großen Industrieunternehmen erwarten sich 85 Prozent der Unternehmen von E-Government eine vereinfachte Abwicklung der Behördenwege. Rund 78 Prozent hoffen auf Kosten und Arbeitszeiteinsparungen und 71 Prozent der Befragten glauben an eine Verkürzung der behördlichen Bearbeitungsdauer. Nahezu zwei Drittel (60 Prozent) fürchten aber durch die Einführung von E-Government mehr Meldepflichten. Bedenken, die nicht ganz unbegründet erscheinen und zusätzliche Formulare zur Ermittlung von Kennzahlen führen zu Misstrauen. "Die Kundenorientierung fehlt noch weitgehend. Der Steuerzahler muss aufpassen, kein Trojanisches Pferd verkauft zu bekommen", so Oliver Ginthör, Präsident vom Verein österreichischer Steuerzahler (VÖS). Einsparungen Bei den Kosteneinsparungen rechnen 59 Prozent mit einer bis zu fünfprozentigen Einsparung, die restlichen Befragten gehen von keinem Einsparungseffekt auf. 44 Prozent der Befragten fürchten erhebliche Mehrkosten für ihr Unternehmen, beispielsweise durch Investitionen in Software oder Mitarbeiterschulungen. An eine erhöhte Transparenz der Verwaltung wollen nur 28 Prozent glauben. Rund 68 Prozent sehen in E-Government Vorteile für die Wirtschaft und fordern daher eine rasche Einführung der Angebote. "Ziel muss es sein Österreich bis 2005 unter die europäischen Top Fünf-Staaten zu bringen", so Fürst. (pte)