Wien - Schering Österreich, Tochter des gleichnamigen deutschen Pharmakonzerns, ist fündig geworden bei der Suche nach einem Käufer für die knapp 25.000 Quadratmeter große Liegenschaft in Wien-Penzing. "Wir haben jemand bei der Hand, der alles übernehmen und nicht nur Teilbereiche mieten möchte", sagte Finanzvorstand Klaus Diesinger zu DER S TANDARD . Die Verhandlungen seien bereits weit gediehen, der Interessent stamme aus der Handelsbranche. Schering selbst ist auf der Suche nach einer neuen Bleibe. Wie berichtet, wird das Pharmaunternehmen ab Mitte kommenden Jahres in Österreich nur mehr eigene Produkte vertreiben, aber nichts mehr produzieren. Die Maschinen aus dem Werk in Wien-Penzing (15. Bezirk) werden großteils nach Mailand in ein neu errichtetes Werk transferiert. Dort sollen künftig auch jene Salben zusammengerührt werden, die bisher in Wien hergestellt wurden. Die Lohnfertigung für Boehringer Ingelheim in Wien läuft ebenfalls Ende Juni 2003 aus. Sozialpläne Von der Produktionsstilllegung betroffen sind etwa 60 der noch rund 170 Schering-Mitarbeiter. Für sie gibt es Sozialpläne. Von der Standortkonzentration, die über das Wiener Werk hinaus auch andere Produktionsstätten in Europa umfasst, verspricht sich die Konzernleitung in Berlin in den kommenden Jahren erhebliche Kostenvorteile. Schering Österreich will sich künftig in ein Gebäude "irgendwo im 13. oder 14. Bezirk" einmieten. "Wir haben zwei, drei Objekte im Auge", sagte Diesinger. Fix sei inzwischen auch, dass die gesamte Logistik ausgelagert wird. Diesbezügliche Gespräche würden noch mit zwei Firmen geführt. Zufrieden zeigte sich der Finanzvorstand auch mit dem Geschäftsverlauf. In den ersten drei Monaten sei der Umsatz um zwölf Prozent von 41,2 Mio. Euro auf 46,2 Mio. Euro geklettert, das Betriebsergebnis habe sich gar um 65 Prozent auf 3,3 Mio. Euro verbessert, nach 2,0 Mio. Euro in der Vergleichsperiode des Vorjahres. (Günther Strobl, DER STANDARD, Printausgabe 9.11.2002)