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Ein Archivbild von Aslan Maskhadov aus dem Jahre 1999.

Foto: Reuters/ Str
Moskau - Der im Untergrund lebende tschetschenische Präsident Aslan Maschadow hat sich am Montag vom Moskauer Geiseldrama distanziert. "Ich erkläre, dass Terrorakte und andere Formen der Gewalt gegenüber der friedlichen Bevölkerung nicht zu den Kampfmethoden des (tschetschenischen) Widerstandes gehören", teilte Maschadow auf seiner Internet-Seite mit. Weder der Krieg noch militärpolitische Ziele könnten als Berechtigung für "menschliche Erniedrigung und Angriffe auf Grundrechte unbewaffneter Bürger" gelten. Gleichzeitig kündigte Maschadow Maßnahmen zur Verhinderung "ähnlicher Exzesse" an. Bei der gewaltsamen Beendigung des Geiseldramas waren 128 Geiseln und 41 Terroristen ums Leben gekommen. Der legal gewählte Präsident der abtrünnigen Kaukasus-Republik Tschetschenien warf Moskau vor, mit seinem Feldzug im Kaukasus "Staatsterrorismus" zu betreiben. Dennoch sei seine Führung zu einem politischen Dialog mit Moskau zur Beilegung des Konfliktes bereit. Die russische Führung hat bisher jede Verhandlung mit Maschadow abgelehnt und ihn zuletzt auch als Drahtzieher des Geiseldramas bezeichnet. Mehr als zwei Wochen nach der gewaltsamen Beendigung der Geiselnahme in dem Moskauer Musical-Theater "Nord-Ost" wurden am Montag in Kliniken noch 39 befreite Geiseln behandelt, die an den Nachwirkungen des eingesetzten Gases leiden. 612 Patienten seien entlassen worden, teilten die Gesundheitsbehörden mit.(APA/dpa)