AOL-Time Warner, die Muttergesellschaft von CNN, könnte die seit längerem diskutierte Fusion von CNN mit dem TV-Sender ABC News möglicherweise um mehrere Monate verschieben. Dies berichtet die " New York Times " (Montagausgabe) unter Berufung auf Fusionsverhandler. Grund für die Verschiebung könnten hauseigene Probleme bei AOL-Time Warner sein, die zuerst geklärt werden sollten. Auch die Zustimmung von CNN-Gründer Ted Turner sei noch ungewiss. Untersuchung Der weltgrößte Medienkonzern AOL-Time Warner ist derzeit mit einer Untersuchung durch die US-Börsenaufsicht und des Justizministeriums wegen angeblich falscher Bilanzen konfrontiert. Weiters kam es in jüngster Zeit zu Managementwechseln, die Unruhe in das Unternehmen brachten. Die ABC-Muttergesellschaft Walt Disney Co. und AOL-Time Warner wollen mit der Fusion der beiden TV-Sender mehrere 100 Mill. Dollar einsparen. Kampf der Kulturen Eine Fusion könnte aber nicht nur Einsparungen bringen, sondern das heikle Nachrichten-Geschäft auch beeinträchtigen, heißt es in der "New York Times". So würden bei einem Zusammengehen zwei "Kulturen" der Mitarbeiter aufeinander prallen. Die Korrespondenten von ABC News gelten allgemein als wesentlich höher entlohnt als jene bei CNN und bewerten die Live-Reportagen von CNN oft herablassend als von geringerer Qualität als ihre Hintergrundberichte. Der von ABC News zu CNN gewechselte Korrespondent Anderson Cooper, der beide Seiten kennt, drückte es in einem satirischen Beitrag in CNN so aus: "Hier bekommen wir bei Reportagen keine Hilfe für die Haare und beim Make-Up. Ebenso können wir die Kosten für den Fitness-Club nicht dem Unternehmen verrechnen. Tja, und zum Mittagessen gibt's keine subventionierten Salate, sondern wir gehen zur Penn Station oder zum Imbiss-Stand vor dem Büro. Schmeckt ganz gut dort." (APA)