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Jorge Jimenez.

Foto: APA/ Str
Bogotá - Kolumbiens Präsident Alvaro Uribe ist zu einem Austausch gefangener Guerilla-Kämpfer gegen die von den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) festgehaltenen Geiseln bereit. Dies teilten kolumbianische Parlamentarier nach einem Treffen mit Uribe am Mittwoch (Ortszeit) in Bogotá mit. Die Suche der Armee nach dem am Montag entführten Bischof Jorge Jiménez Carvajal, dem Präsidenten der Lateinamerikanischen Bischofskonferenz (CELAM), blieb bis zum Mittwoch erfolglos. Der unabhängige Senator Carlos Moreno sagte, Uribe sei bereit, gefangene FARC-Kämpfer unter der Bedingung freizulassen, dass sie ins Ausland gebracht würden und alle Kontakte mit ihren früheren Kameraden abbrächen. Die FARC halten rund 35 prominente Kolumbianer gefangen, unter ihnen die frühere Präsidentschaftskandidatin der Grünen, Ingrid Betancourt. Außerdem befinden sich rund 50 Polizisten und Soldaten in ihrer Gewalt. Bischof Jiménez war am Montag verschleppt worden, als er zusammen mit einem Dorfpfarrer zu einer Firmung in seiner Diözese unterwegs war. Auch wenn sich bisher niemand zu der Entführung Jiménez' bekannt hat, wird allgemein vermutet, dass auch in diesem Fall die FARC die Täter sind. Diese wollten sich damit eine noch bessere Ausgangsposition für einen Gefangenenaustausch verschaffen, heißt es in Bogotá. Bereits vor der Jiménez-Entführung hatten die FARC einen solchen Austausch davon abhängig gemacht, dass der Guerilla erneut eine entmilitarisierte Zone überlassen wird. Dies würde aber der Politik der neuen kolumbianischen Regierung zuwiderlaufen. Uribe hatte die Präsidentschaftswahlen mit dem Versprechen gewonnen, mit aller Härte gegen die Guerillaorganisationen im Lande vorzugehen. (APA/dpa)