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Wien - Auf Wunsch der Wiener Städtischen Versicherung verkaufte die Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) ihr achtprozentiges Aktienpaket an die Städtische, genau genommen an den "Verein auf Gegenseitigkeit", der damit 100 Prozent am stimmberechtigten Kapital der Versicherung hält. Damit dürfte vorerst der Schlussstrich hinter eine verhängnisvolle Affäre gesetzt worden sein, die mit der Anbindung der Bank Austria an die HypoVereinsbank (HVB) wohl endgültig in die Brüche ging. Zur Erinnerung: Die Städtische hält rund ein Prozent an der HVB. Das kostet der Städtischen heuer rund 150 Mio. Euro an Wertberichtigungen, weil die HVB seit Jänner zwei Drittel ihres Börsenwertes einbüßte. Neuer Aktionär Städtische-Chef Günter Geyer will zunächst fünf Prozent der Aktien dem deutschen Kooperationspartner, der HUK Coburg, anbieten. Geyers Ziel ist eine wechselseitige Kapitalbeteiligung mit HUK Coburg. Mit der BA-CA bleibt die bestehende Vereinbarung über den Verkauf von Lebensversicherung der CA/Union Versicherung aufrecht, wie Geyer versichert. Ausschlaggebend dafür ist eine bestehende Vereinbarung, wonach die Bank dies so lange tun müsse, solange die Städtische an der HVB beteiligt ist. In Osteuropa sind die beiden Unternehmen nicht aneinander gebunden und arbeiten jeweils mit unterschiedlichen Partnern zusammen. "Verein zur Gegenseitigkeit" Mit dem Ausstieg der BA-CA aus der Städtischen um einen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag gehört die Städtische wieder zur Gänze sich selbst und behält ein Naheverhältnis zur Wiener SPÖ. An der Börse notieren lediglich zehn Prozent an stimmrechtlosen Vorzugsaktien. Der "Verein auf Gegenseitigkeit", die Eigentümerholding der Städtischen AG, wird unter anderem vom ehemaligen Städtischen-Chef Siegfried Sellitsch und vom jetzigen Chef Günter Geyer geleitet. Dem Vereinsaufsichtsrat sitzt Wiens Exbürgermeister Helmut Zilk vor. Bis 2001 war der Chef des Vereinsaufsichtsrats automatisch der Wiener Bürgermeister. Seit der Satzungsänderung wählen die SP-nahen Mitglieder ihren Aufsichtsratschef und die eigenen Nachfolger im Aufsichstsrat selbst. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Printausgabe 13.11.2002)