Wien - "Dragutin V. ist einer derjenigen Vienna Bike-Ausleiher, die den Sinn des gemeinnützigen Projekts offensichtlich etwas falsch verstanden haben", so Richter Gerhard Pohnert am Dienstag im Wiener Straflandesgericht (Staatsanwalt Wilhelm Böhm). Gleich sieben der bisher kostenlosen Stadtfahrzeuge hatte der 32-jährige Mann in seinem Keller gehortet, "um sie für die Familie herzurichten", wie er angab. Zu Beginn der Verhandlung wollte er darin noch keine strafbare Handlung erkennen, kurz darauf sah er die Tat jedoch selbst als Diebstahl an. Die Bleche mit dem verräterischen Vienna Bike-Aufdruck und die Pedale habe er "nur zu Reparaturzwecken abgenommen", so V. Nachbarn hatten die Polizei vom Diebstahl informiert. Der damit betraute Bezirksinspektor bescheinigte den Rädern im Wert von 1.800 Euro jedoch einen guten - und versandbereiten - Zustand. "Sie waren großteils funktionsfähig", so der Beamte. "Die Platz sparende Montage der Lenker erfolgte aus Gründen der einfacheren Lagerung, abtransportiert hätte ich die Räder sicher nicht", entgegnete der Angeklagte. Zwei Monate als Signalwirkung V. ist Gesellschafter und Geschäftsführer eines Unternehmens für Gastronomie und Inneneinrichtung, das er mit seinen Söhnen betreibt. Mit einem Verdienst von 1.220 Euro netto monatlich muss er Schulden in der Höhe von rund 7.000 Euro bedienen. Drei Tage hat er nun Zeit, seine nicht rechtskräftige Strafe - acht Monate Haft, sechs davon bedingt - zu überdenken. "Die zwei Monate unbedingt sollen Signalwirkung zeigen. "Mit Ihrer Tat haben Sie ein gemeinnütziges Projekt, das allen Bürgern zugute kommen sollte, bewusst sabotiert", so Pohnert in der Urteilsbegründung. (APA)