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Foto: APA/AFPI/Al Jazeera

Dubai – Der moslemische Extremist Osama bin Laden hat dem katarischen Fernsehsender Al Jazeera zufolge die Anschläge in Kuwait, Jemen, auf Bali und in Moskau begrüßt. In einem Tonband habe Bin Laden zudem eine Warnung an die Bürger von Staaten ausgesprochen, die mit den USA verbündet seien, teilte der Sender am Dienstag mit. Das Band werde im Laufe des Abends gesendet. Wie der Sender in den Besitz der Aufnahme gelangt sei, wurde nicht mitgeteilt.

Al Jazeera hatte Mitte Oktober nach eigenen Angaben eine Erklärung Bin Ladens gesendet, worin dieser den Angriff auf US-Soldaten in Kuwait und den Anschlag auf einen französischen Öltanker vor der Küste Jemens begrüßte.

Kritik an Cheney und Powell

Bei seiner Warnung erwähnte die Stimme Deutschland, Großbritannien und Italien ausdrücklich als Verbündete der USA. In der Botschaft wird Kritik an der amerikanischen Regierung und im besonderen an Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, Außenminister Colin Powell und Vizepräsident Dick Cheney geübt. Cheney und Powell, die beide schon während des Golfkrieges von 1991 für George Bush senior gedient hatten, wirft Bin Laden vor, sie hätten in Bagdad mehr Menschen getötet "als die Mongolen".

Sollte es sich tatsächlich um die Stimme Bin Ladens handeln, wäre dies der bisher deutlichste Beleg dafür, dass der Gesuchte die US-Angriffe auf Afghanistan überlebt hat. Der arabische Sender hat bereits mehrfach Audio- und Videoaufnahmen des mutmaßlichen Terroristenführers gesendet. Meist ließ sich jedoch das Datum der Aufnahmen nicht feststellen. Die letzte datierbare Aufnahme, die Bin Laden lebend zeigte, stammt vom 9. November 2001.

Experten halten Bin Laden-Tonbandaufzeichnung für authentisch

US-Geheimdienstexperten sind überzeugt, dass es sich bei den vom katarischen Fernsehsender Al Jazeera ausgestrahlten Tonbandaufnahmen durchaus um die Stimme von Osama bin Laden handelt. "Das ist er", bekräftigten zwei Vertreter unterschiedlicher Geheimdienste am Dienstag dem Fernsehsender CBS. Ein anderer Experte sagte dem Nachrichtenkanal "Fox News", die Aufnahme klänge durchaus, als stamme sie von dem mutmaßlichen Terroristenführer. Er wies jedoch darauf hin, dass die Stimmen- und Inhaltsanalyse noch nicht abgeschlossen sei.

Laut CBS News halten US-Experten den Zeitpunkt für die Ausstrahlung der Aufnahme für sorgfältig ausgewählt: Der irakische Präsident Saddam Hussein hat nur noch bis Freitag Zeit, um sich für die Annahme oder Ablehnung der Waffenkontroll-Resolution des UNO-Sicherheitsrats zu entscheiden.

US-Außenministerium: Stimme stammt von Osama bin Laden Ein hochrangiger Beamter des US-Außenministeriums hat am Mittwoch gegenüber dem TV-Sender CNN bestätigt, dass die Stimme Osama bin Ladens auf dem jüngsten Tonband des Terrorchefs echt ist. Der Beamte schränkte jedoch ein, man wisse noch nicht, ob das Tonband von jemandem zusammengestückelt oder mit Hilfe eines Computers hergestellt wurde. Der Chef der Terrororganisation El Kaida hatte dem Nachrichtensender Al Jazeera das Band am Dienstagabend zugespielt und den USA und ihren Verbündeten neue Anschläge angedroht. (APA/Reuters)