Wien - Bei geringer Teilnahme sind am Dienstag die Wahlen zum Gründungskonvent an der größten Hochschule des Landes, der Universität Wien, über die Bühne gegangen. In das Gremium, das die Umsetzung des neuen Universitätsgesetzes (UG) vorbereiten soll, wurden prominente Wissenschafter wie der Experimentalphysiker Anton Zeilinger gewählt. Das Interesse am Urnengang hielt sich in Grenzen, die Wahlbeteiligung lag bei den Professoren bei 54 Prozent, beim Mittelbau (Dozenten und Assistenten) bei 8 Prozent und bei den allgemein Bediensteten bei 34 Prozent. Die Listen Zur Wahl angetreten waren drei Professoren- und eine Mittelbau- Liste sowie vier Listen der allgemein Bediensteten. Drei Vertreter für die Professorenkurie stellt die Liste Zeilinger, und zwar Anton Zeilinger (Institut für Experimentalphysik) selbst, Christine Spiel (Institut für Psychologie) und Herwig Friesinger (Institut für Ur- und Frühgeschichte). Von der "Dekanen-Liste" ziehen Günter Haring (Dekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften und Informatik) und Franz Römer (Dekan der Geistes- und Kulturwissenschaftlichen Fakultät) und von der Liste "Bachl" Norbert Bachl (Institut für Sportwissenschaft) und Walter Schrammel (Institut für Arbeits- und Sozialrecht) in den Gründungskonvent ein. Die konstituierende Sitzung des Gründungskonvents soll am 28. November stattfinden. Dem zwölf Mitglieder umfassenden Gründungskonvent gehören sieben Vertreter der Uni-Professoren, zwei Vertreter der Uni-Dozenten, ein Vertreter des allgemeinen Universitätspersonals sowie zwei Vertreter der Studierenden an. Die Studenten werden allerdings nicht gewählt, sondern von der jeweiligen Hochschülerschaft entsendet. Salzburg Auch die Universität Salzburg hat den ersten Schritt auf dem Weg zur neuen Umsetzung des neuen Universitätsgesetzes (UG) getan. Am Mittwoch fand die Wahl der Mitglieder des Gründungskonvents statt. Angetreten waren je eine Liste der Professoren, des Mittelbaus und der allgemeinen Universitätsbediensteten. Die Listen wurden mit großer Mehrheit gewählt. Für die Professoren ziehen Albert Duschl (Biochemie), Johann Hagen (Rechtssoziologie), Hubert Haider (Sprachwissenschaften), Josef Perner (Psychologie), Reinhold Reith (Geschichte), Hans-Joachim Sander (Systemische Theologie) und Wolfgang Schuhmacher (Handels- und Wirtschaftsrecht) in den Gründungskonvent ein. An dieser Abstimmung nahmen 57 Professoren teil, 53 stimmten für den Listenvorschlag. Der Mittelbau hat Georg Lienbacher (Verfassungs- und Verwaltungsrecht) sowie Thomas Steinmaurer (Kommunikationswissenschaft) entsandt. Diese Liste erhielt 69 von 90 abgegebenen Stimmen. Die allgemeinen Universitätsbediensteten werden im Gründungskonvent durch Josefine Puntus (Institut für Geschichte) vertreten sein. Sie erhielt 79 von 114 abgegebenen Stimmen. Protesterklärung Am Tag vor der Wahl hatte es seitens des Arbeitskreises für Gleichbehandlungsfragen, des Beirats für Frauenforschung, Frauenförderung und Frauenstudien sowie dem Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung eine gemeinsame Protesterklärung gegeben. Kritisiert wurde der Zeitdruck, unter dem die Wahlen stattfinden, die Vorlage von "Einheitslisten" sowie fehlendes Bemühen, auf die Geschlechterparität Bedacht zu nehmen. Dem Gründungskonvent gehören zwölf Personen an. Sie setzen sich aus sieben Vertretern der Professorenkurie, zwei Vertretern des universitären Mittelbaus, einem Vertreter aus dem Bereich der universitären Verwaltung sowie zwei Studenten zusammen. Die Studenten werden nicht gewählt, sondern von der Hochschülerschaft entsandt. Dem Gremium kommt unter anderem die Aufgabe zu, die Größe des künftigen Senates zu bestimmen, eine provisorische Satzung zu erlassen und eine Wahlordnung für den Senat vorzulegen. Außerdem soll der Gründungskonvent festlegen, wie viele Mitglieder der künftige Universitätsrat haben soll. Die Universitäten können dabei zwischen fünf, sieben oder neun Mitgliedern entscheiden. Der Gründungskonvent wählt auch einen Teil der Mitglieder des Universitätsrates, schreibt die Wahl des Rektors aus und erstellt einen Dreier-Vorschlag für die Rektorswahl. Der Rektor ist vom Universitätsrat zu wählen. Wolf Prix und Rudolf Burger im Gründungskonvent der "Angewandten" Der Architekt Wolf D. Prix (Coop Himmelb(l)au) und der Philosoph Rudolf Burger werden gemeinsam mit zehn weiteren Vertretern der Professoren, des akademischen Mittelbaus, der allgemein Bediensteten und der Studierenden die Universität für angewandte Kunst Wien in das neue Universitätsgesetz (UG) 2002 führen. Sie wurden am Dienstag in den Gründungskonvent der "Angewandten" gewählt. Für die Professoren- und Mittelbau-Kurie haben jeweils eine Liste kandidiert, für die allgemein Bediensteten waren es zwei Listen. Die Wahlbeteiligung lag bei den Professoren bei 49 Prozent, beim Mittelbau (Dozenten und Assistenten) bei 25 Prozent und beim allgemeinen Uni-Personal bei 74 Prozent. Weitere Vertreter Neben Prix und Burger werden Walter Lürzer, Christian Reder, Sigbert Schenk, Ernst Beranek und Alfred Vendl als Professoren-Vertreter in den Gründungskonvent einziehen. Den Mittelbau vertreten Silke Petsch und Wilfried Braumüller, für die allgemein Bediensteten geht Markus Nagel in das Gremium. Die Hochschülerschaft der "Angewandten" muss noch zwei Studentenvertreter in den Konvent entsenden. Die konstituierende Sitzung des Gründungskonvents findet am 28. November statt. Der Gründungskonvent muss die Implementierung des neuen UG vorbereiten. Dem zwölf Mitglieder umfassenden Gremium gehören sieben Vertreter der Uni-Professoren, zwei Vertreter der Uni-Dozenten, ein Vertreter des allgemeinen Universitätspersonals sowie zwei Vertreter der Studierenden an. Die Studenten werden allerdings nicht gewählt, sondern von der jeweiligen Hochschülerschaft entsendet. Der Gründungskonvent muss die Größe des Senats festlegen, eine provisorische Satzung einschließlich einer Wahlordnung für den Senat beschließen, die Größe des Universitätsrats mit fünf, sieben oder neun Mitgliedern festlegen und dementsprechend unverzüglich zwei, drei oder vier Mitglieder des Universitätsrats wählen. Schließlich hat der Konvent die Wahl des Rektors auszuschreiben und einen Dreier-Vorschlag für die Rektors-Wahl (durch den Uni-Rat) zu erstellen. (APA)