Bern - In der Schweiz sind die Chancen, ein hohes Alter zu erreichen, nicht gleich verteilt: Ein ungelernter Arbeiter stirbt im Durchschnitt vier bis fünf Jahre früher als ein Akademiker. Die Caritas fordert darum eine soziale Gestaltung des flexiblen Pensionsalters. Eine am Mittwoch vorgestellte Studie mit dem Titel "Arme sterben früher" bestätigt den Zusammenhang zwischen niedrigem sozialen Status und erhöhter Sterblichkeit. Wer wenig Lohn, eine geringe Schulbildung oder einen niedrigen beruflichen Status aufweist, hat eine tiefere Lebenserwartung. Als bestimmend für die markanten Unterschiede werden mehrere Faktoren genannt, die sich zum Teil gegenseitig beeinflussen: Lebensverhältnisse, Arbeitsbedingungen, Umweltbelastung, Gesundheitsverhalten und genetische Veranlagung. Konkret wirkt sich zum Beispiel die Wohnlage an einer lärmigen, abgasreichen Straße auf die Gesundheit ebenso aus wie schlechte Arbeitsbedingungen, ein belastender Beruf oder Schichtarbeit. Auch das Einkommen hat einen Einfluss auf die Lebenserwartung. Wer wenig Geld zur Verfügung hat, kann sich selten frisches Obst und Gemüse, eine kostspielige gesundheitliche Vorsorge oder Zeit für Ruhephasen leisten. Dass Rauchen oder Bewegungsmangel auch negative Folgen auf die Gesundheit haben, ist bekannt. (APA/sda)