Wien - Im Rahmen der vom Staatssekretariat initiierten Initiative "Kunst gegen Gewalt" sendet der ORF in beiden TV-Kanälen bis Jahresende vom Produzentenduo Rudi Dolezal und Hannes Rossacher (DoRo) gestaltete, sogenannte "Art-Clips". Neil Shicoff, Patti Smith, Laurie Anderson, Marianne Mendt, Timna Brauer und Herrmann Nitsch formulieren darin persönliche Statements zu Gewalt und Kunst. "Das tut Not" Am Mittwoch wurden die Clips präsentiert - laut Kunststaatssekretär Franz Morak (V) "aggressive, sensible Spots, die die Sprache der Zeit sprechen und die weh tun. Und ich glaube, das tut in dieser Situation Not". "Die Gewalt ist ein schreckliches Phänomen und man kann und darf ihr nicht mit Banalität begegnen" (Nitsch), "Krieg ist unmoralisch" (Smith), "Kunst warnt" (Mendt) - so einige der Aussagen in den Clips, die in rund 20 Schnittvarianten in allen Sendezeitzonen des ORF-Fernsehens zu sehen sein werden. "Confetti TiVi" und Freddie Mercury "Kunst wird Kriege nicht verhindern können, aber Kunst kann sensibilisieren", meinte ORF-Programmdirektor Reinhard Scolik bei der Präsentation. Skolic verwies auch auf eine weitere ORF-Initaitive: In "Confetti TiVi" werden die jüngsten Zuseher aufgerufen, sich in Plakatentwürfen mit dem Thema Gewalt auseinander zu setzen. Eine zweite Staffel der Clips ist ebenso schon geplant wie eine DoRo-Dokumentation zum Thema, die im Frühjahr 2003 gesendet werden soll. Dolezal zitierte für die Motivation von DoRo, nach der AIDS-Kampagne (1994-96) nun wieder eine Spot-Serie im Bereich "soziales Engagement" für den ORF zu gestalten, Freddie Mercury: "Nach all den Nummer-Eins-Hits muss ich manchmal etwas machen, um Spuren zu hinterlassen". Der Opernsänger Shicoff bekundete seine Freude, Teil des Projekts zu sein. Er wisse, dass es nicht üblich sei, dass ein Künstler seiner Sparte soziale Missstände öffentlich aufzuzeigen helfe, betonte jedoch, dass "wir alle versuchen müssen, zu teilen und großzügig zu sein". Vertreter aus Kultur und Wirtschaft Der Trägerverein von "Kunst gegen Gewalt, "Art und Vision", bekam für ein Jahr Projektlaufzeit vom Kunststaatssekretariat in zwei Tranchen insgesamt rund 800.000 Euro, schilderte Geschäftsführerin Christiane Goller-Fischer. Je nach den Mitteln, die die privaten Partner projektbezogen (noch) einbringen, mache dies rund ein Viertel bis ein Drittel des Gesamtbudgets aus, so Morak. Zu den Partnern des Vereins zählen der ORF, das Kunststaatssekretariat, die Bundestheater Holding, Siemens, die Deutsche Bank und die Telekom Austria. Ursprünglich war das Projekt von Februar 2002 an für rund ein Jahr Dauer geplant, eine Entscheidung über die Fortführung stehe noch aus, meinte Goller-Fischer. Bei der Entscheidung über die an der Initiative teilnehmenden Künstler und Institutionen ist der Kunststaatssekretär nicht beteiligt, der Verein handle mit den zur Verfügung gestellten finanziellen Mitteln autonom. Die Auswahl der Projekte - insgesamt standen rund 50 Projekte unter dem Motto der Initiative - aus den "hunderten Einreichungen" geschieht in einer "gemeinsamen Entscheidung mit dem Vorstand" innerhalb des Vereins, so Goller-Fischer. Im Vorstand sitzen "Vertreter aus Kultur und Wirtschaft". Finanzielle Unterstützung gibt es nur für Projekte, die vom Verein extra für "Kunst gegen Gewalt" initiiert werden. Partner wie die Staatsoper, deren "Jenufa"-Aufführungen im Februar und März als erstes unter dem Motto der Initiative standen, "stellen ihre Produktionen in den Dienst der Initiative", ohne dafür finanzielle Unterstützung zu erhalten, so Goller-Fischer. (APA)