Linz - Die Katholische Kirche Oberösterreichs "verpflichtet" sich jetzt selbst zur Gleichbehandlung der Frauen in allen diözesanen Ämtern und Einrichtungen, "soweit das kirchenrechtlich möglich ist". Bischof Maximilian Aichern gab einem entsprechenden Projekt seinen Segen, die Details sollen ab Jänner kommenden Jahres umgesetzt werden. Bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Linz informierten Bischofsvikar Josef Mayr und die diözesane Frauenbeauftragte Irmgard Lehner über die geplanten Maßnahmen.Mehr weibliche Führungskräfte in ihren Reihen So wird eine "erkennbare Erhöhung der Zahl weiblicher Führungskräfte in kirchlichen Einrichtungen" angestrebt. Dazu soll es ein spezielles Trainingsprogramm für junge Frauen geben, die einmal Leitungsfunktionen in der Kirche übernehmen wollen. Gezielt gefördert werden soll auch die "Vereinbarkeit von Beruf und Familie". Beispielsweise durch unbezahlten Urlaub für das dritte Lebensjahr des Kindes, durch eine vorübergehende Beschäftigung während der Karenz und durch eine Reduzierung des Anstellungsausmaßes mit Rückkehrrecht in den Full-time-job. Gesorgt wird auch dafür, dass der Kontakt mit den Frauen während der Karenz nicht abreißt, womit der spätere Wiedereinstieg erleichtert werden soll. So ist eine individuelle Bildungsberatung für Frauen in Karenz geplant. Auch die Möglichkeit des "Job-Sharings" für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Seelsorge wird eingeführt. Bei entsprechendem Bedarf, etwa im Raum Linz, soll es auch kirchliche Betriebskindergärten geben. Väterförderung Ein weiterer Schwerpunkt in dem Gleichstellungsprogramm heißt "Väterförderung". Es handelt sich um ein Pilotprojekt, durch das "die partnerschaftliche Aufteilung von Beruf und Familie unterstützt" werden soll. Unter anderem wird es dabei einen speziellen Familienzuschuss geben, wenn beide Elternteile bis zum Ende des dritten Lebensjahres des Kindes mit je 40- bis 60 Prozent berufstätig sind. Geschlechtersensible Sprache Schließlich ist ein "Leitfaden für geschlechtergerechtes Formulieren" in der Kirche bereits fertiggestellt. Unter anderem wird darin das so genannte "Binnen-I" - zum Beispiel "ReligionslehrerInnen" - als "sehr gebräuchliche, kurze Form des Sichtbarmachens beider Geschlechter" empfohlen. Oder die Anrede beider Geschlechter, wie "Christinnen und Christen". Der Leitfaden enthält auch die Aufforderung, in sprachlicher Hinsicht "experimentierfreudig" zu sein und zum Beispiel statt "Vordermann" das Wort "Vorderfrau" oder statt "Schirmherr" auch "Schirmfrau" zu verwenden. (APA)