Angesichts der andauernden Medienkrise in Deutschland haben die Zeitschriftenverleger in Deutschland harte Einschnitte angekündigt. "Wir müssen uns im Klaren sein, dass diese Medienkrise harte Maßnahmen von uns verlangt", sagte der Präsident des Bundesverbandes des Verbandes deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), Hubert Burda. Von der Regierung forderte er, den Unternehmen mehr Flexibilität zu ermöglichen und auf wachstums- und beschäftigungshemmende Steuererhöhungen zu verzichten.

Burda: Legale Werbung für legal verkaufte Waren dürfe nicht verboten werden

Die deutschen Zeitschriftenverleger haben ihre Ablehnung der EU-Pläne für ein Verbot von Tabakwerbung bekräftigt. Legale Werbung für legal verkaufte Waren dürfe nicht verboten werden, sagte der Präsident des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), Hubert Burda, am Donnerstag auf der Generalversammlung in Berlin. In Ländern mit Werbeverbot für Zigaretten sei die Zahl der Raucher nicht zurückgegangen, in einigen Fällen sogar gestiegen. Burda begrüßte, dass auch Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) Werbeverbote für Tabak ablehne.

Werbung sei Teil des öffentlichen Diskurses und Grundlage für Konsumentscheidungen, sagte Burda. Gleichzeitig forderte er von der deutschen Regierung, auf Erhöhungen der Sozialbeiträge zu verzichten. Die geplanten Gesetze böten keine Sicherheit und seien ein Hindernis für Wirtschaftswachstum. "Ein verunsicherter Verbraucher kauft nur das Notwendigste", sagte Burda.

Dagegen betonte der deutsche Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) als Gastredner, die Regierung werde die Konsolidierung der öffentlichen Finanzen konsequent fortsetzen. Gleichzeitig schloss er ein Vorziehen der Steuerentlastungen aus. Dies würden Bund, Länder und Gemeinden zur Zeit nicht verkraften.

"Transparentes Regelwerk"

Zur Medienpolitik sagte Clement, die Regierung wolle mit einem "transparenten Regelwerk" die Zuständigkeiten von Bund und Ländern für die Medien- und Informationswirtschaft klären. Gleichzeitig solle die freiwillige Selbstkontrolle der Medien gestärkt werden.

Nach Angaben des VDZ wird sich auch im kommenden Jahr die Krise auf dem deutschen Medienmarkt fortsetzen. Positiv sei die Entwicklung bei Lifestyle- und Promi-Magazinen sowie bei Männer- und Autozeitschriften, sagte Burda. Wirtschaftstitel müssten angesichts der Umstrukturierung in der Finanz- und Bankenbranche dagegen schwere Verluste bei den Werbeerlösen hinnehmen. (APA/dpa/Reuters)