Münster - Die lebensgefährliche Präeklampsie muss bei werdenden Müttern nicht zwangsläufig zum Abbruch der Schwangerschaft führen. Vielmehr könne mittlerweile mit einer engmaschigen Überwachung das ungeborene Kind eine ausreichende Reife erlangen, ohne das Leben der Mutter zu gefährden, berichtet die Universitäts-Frauenklinik Münster. Die Patientinnen leiden vor allem unter zu hohem Blutdruck und Wassereinlagerungen im Gewebe und scheiden über den Harn zu viel Eiweiß aus. Präeklampsie ist eine der gefürchtetsten Komplikationen während der Schwangerschaft: Rund fünf Prozent aller werdenden Mütter erkranken daran. Mit einem Anteil von fünfzehn bis zwanzig Prozent ist das Leiden nach Angaben der Mediziner die Hauptursache für die Schwangerensterblichkeit. Jedes Jahr komme es weltweit zu rund 50.000 Todesfällen als Folge der Erkrankung, deren Ursachen bis heute noch nicht geklärt sind. Als besonders problematisch gilt das so genannte HELLP-Syndrom, eine gefährliche Komplikation der Eklampsie, die mit einer Auflösung der roten Blutkörperchen, einer schweren Leberfunktionsstörung und einer Verminderung jener Blutplättchen einhergeht, die für die Gerinnung wichtig sind. Obwohl das HELPP-Syndrom nicht automatisch eine akute Lebensgefahr für Mutter und Kind bedeutet, ist es nach Angaben der Mediziner nach wie vor in den meisten Geburtshilfe-Abteilungen Anlass zur vorzeitigen Entbindung. (APA)