Rom - Tausende von Personen haben am Samstagnachmittag in Italien gegen die Festnahme von 20 führenden Globalisierungskritikern protestiert. Die größten Demonstrationen fanden in Rom und Neapel statt. In Neapel, Heimat des festgenommenen No Global-Sprechers Francesco Caruso, war die Situation zwischen Demonstranten und Polizei gespannt, es kam jedoch zu keinen Handgreiflichkeiten. Die Ermittlungen der Staatsanwälte betreffen bisher über 40 Personen. Sie sollen bei internationalen Treffen wie dem G8-Gipfel in Genua und dem Global-Forum in Neapel im vergangenen Jahr für Krawalle und Verwüstungen gesorgt haben. Sie hätten außerdem Demonstranten zum Widerstand gegen die Polizei und zur Straßenrevolte aufgehetzt, hieß es seitens der Staatsanwälte. "Wir sind keine Terroristen", riefen die Demonstranten in Neapel. Zu ihnen zählen mehrere Globalisierungskritiker, die sich vor einer Woche an der großen Friedendemonstration am Ende des Europäischen Sozialforums in Florenz beteiligt hatten. Ihrer Ansicht nach ist die Festnahme der No Global-Aktivisten eine Racheaktion nach dem Erfolg der pazifistischen Kundgebung, der sich eine halbe Million Personen angeschlossen hatten. (APA)