Innsbruck/Bozen - Die Tiroler Landesenergiegesellschaft Tiwag dürfte noch heuer am Strommarkt in Südtirol einsteigen. Laut Tiwag-Direktor Herbert Hönlinger plant der Landesversorger eine Beteiligung von zehn Prozent bei einer in Südtirol neu zu gründenden Handels- und Vetriebsgesellschaft. "Wir sind uns mit der Südtiroler Landesenergiegesellschaft Sel "im Wesentlichen einig", sagt Hönlinger. Der angrenzende Strommarkt in Südtirol und Trentino - der vor der Liberalisierung steht - ist laut Hönlinger für einen regionalen Player wie die Tiwag aufgrund der "wirtschaftspolitischen Ähnlichkeiten" mit Tirol interessant.Regionale Kooperation Durch regionale Kooperationen sei es sehr wohl möglich, Großkonzernen standzuhalten, sagt Hönlinger mit Verweis auf die Erfahrungen der Tiwag seit der österreichischen Liberalisierung vor drei Jahren: Letzten Mai ist die Tiwag bei den Innsbrucker Kommunalbetrieben mit einer Sperrminorität eingestiegen, mit 20 kleineren Stromversorgern in Tirol gibt es Kooperationsverträge. "Wenn nun in einer Region südlich von uns noch keine Lösung da ist, müssen wir interessiert sein, dass eine entsteht". An einen direkten Einstieg bei der Sel-AG werde derzeit nicht gedacht, so Hönlinger. Denkbar seien Beteiligungen an den Etschwerken, den Stadtversorgern von Bozen und Meran, die ein Paket verkaufen möchten. Ergebnis gesunken 2001 konnte die Tiwag ihren Stromumsatz von 7464 gWh auf 9094 steigern, dennoch sank das EGT in der AG von 63,1 Mio. EURO auf 0,3 Mio. EURO erheblich. Als Gründe werden anhaltender Preisdruck und hohe Investitionen für Netzübernahmen angegeben. (bs, DER STANDARD, Printausgabe 18.11.2002)