Wien - ORF-Generaldirektorin Monika Lindner sei "die rechte Medienhand von Wolfgang Schüssel". Reinhard Jesionek, Spitzenkandidat des Liberalen Forums, beklagt die mangelnde Medienpräsenz seiner Partei und sieht System dahinter. Die Liberalen würden nicht nur vom ORF, sondern auch von News vernachlässigt. Jesionek glaubt dennoch, "dass wir eine große Chance haben, ins Parlament einzuziehen. Wär' schön, wenn's klappt. Schau'n wir mal.""Sensation nach FPÖ-Absturz. Liberale wieder im Parlament." Diese Schlagzeile wünschen sich die Liberalen am 25. November in der Zeitung - und haben sie vorsorglich am Eingang zum Wiener Generali Tower plakatiert, wo sie am Samstag eine Art Sonderparteitag als Auftaktveranstaltung für das Wahlkampffinale abhielten. Bundessprecher Alexander Zach sieht seine Partei als einzige Alternative zwischen Rot-Grün und Schwarz-Blau - zwischen "Pest und Cholera", wie er meint. Denn mit einer Stimme für eine der Parlamentsparteien könne man am 24. November maximal "den Vertretern des Stillstands eine andere Hülle überziehen". Das Liberale Forum sei dagegen als einzige Partei im 21. Jahrhundert angekommen, behauptet Zach. Auch Heide Schmidt, die Gründerin des Liberalen Forums, war gekommen. Sie meinte, angesichts der schwarz-blauen Koalition verstehe sie zwar wahltaktische Überlegungen, allerdings sei jede Stimme für das Liberale Forum ein Signal, weiter für den politischen Liberalismus in Österreich zu kämpfen. "Ich will nicht zu jenen 34 Prozent gehören, die sich die Liberalen im Parlament wünschen und dann nicht einmal einen kleinen Beitrag leisten. Ich bin hier, um eine Lanze für die Liberalen zu brechen. Man muss das falsche Bild beseitigen, dass politischer Liberalismus ein Luxus ist." (DERSTANDARD, Printausgabe, 18.11.2002, APA, red)