Kabul - In Afghanistan sind erneut US-Stützpunkte Ziel von Raketenangriffen. Nach Angaben der amerikanischen Streitkräfte vom Montag feuerten Angreifer am Wochenende drei Raketen auf Einrichtungen bei Gardez und Khost südlich von Kabul. Sie hätten aber die Stützpunkte verfehlt, hieß es. Verletzte habe es nicht gegeben. In der vergangenen Woche wurden fast täglich US-Soldaten und Stützpunkte angegriffen. US-Finanzminister Paul O'Neill hat unterdessen die Fortschritte Afghanistans auf dem Weg zu einem modernen Finanzsystem begrüßt. Bei einem eintägigen Besuch in Kabul zeigte er sich am Montag beeindruckt von der Einführung der neuen Währung, die die afghanische Regierung Anfang Oktober in Umlauf gebracht hatte. O'Neill informierte sich über die Fortschritte beim Wiederaufbau der 1.200 Kilometer langen Verbindungsstraße von Kabul nach Herat im Westen des Landes. Die Bauarbeiten, die in diesem Monat begannen, werden unter anderem von den USA, von Saudiarabien und Japan unterstützt. Die mit US-Hilfe eingesetzte afghanische Regierung des Präsidenten Hamid Karzai, dessen Leibgarde von den USA gestellt wird, kontrolliert lediglich die Hauptstadt Kabul. Sorge bereitet den US-Militärs die Lage in Pakistan, wo zahlreiche versprengte El-Kaida- und Taliban-Kämpfer vermutet werden. Militärstrategen haben einen stärkeren Einsatz von US-Truppen und Sondereinheiten des Geheimdienstes CIA im Grenzgebiet empfohlen. Die afghanische Regierung hatte sich darüber beschwert, dass die pakistanischen Geheimdienste weiterhin eine Reihe von Kriegsherren in Afghanistan finanziell unterstützen. Die Einsetzung des Paschtunen Karzai als Chef der Übergangsregierung war allgemein als Ergebnis eines Kompromisses zwischen dem US-Geheimdienst CIA und der pakistanischen Armeeführung interpretiert worden. Karzai galt seinerzeit als Vertrauensmann des pakistanischen Militärgeheimdienstes ISI. US-Finanzminister sagt langfristige Hilfe zu US-Finanzminister Paul O'Neill hat Afghanistan bei einem Kurzbesuch in Kabul langfristige Hilfe zugesichert. Die USA seien entschlossen, die Versprechen in die Wirklichkeit umzusetzen, sagte O'Neill am Montag. Zugleich lobte er die Währungsumstellung durch die Regierung von Präsident Hamid Karsai. Sie sei die Basis für eine sichere Geldpolitik. O'Neill hielt sich unter strengen Sicherheitsvorkehrungen einen Tag lang in der afghanischen Hauptstadt auf. (APA/AP)