Ramallah/Gaza/Jerusalem - Die palästinensische Führung hat Israel zur Beendigung seiner Militäroperationen in den besetzten Gebieten und zur Rückkehr an den Verhandlungstisch aufgefordert. Dies sei "im Interesse der Zukunft der Kinder" Israels und Palästinas notwendig, hieß es in einer am Montag in Ramallah im Westjordanland verbreiteten Erklärung. Trotz der andauernden Gewalt sind die diplomatischen Bemühungen offenbar nicht gänzlich zum Stillstand gekommen. Ein von den USA und der EU gemeinsam ausgearbeiteter Friedensplan ist in einigen Formulierungen abgestimmt worden, wie unterdessen aus Diplomatenkreisen zu erfahren war. An den UNO-Sicherheitsrat und das so genannte "Nahost-Quartett" (USA, UNO, EU, Russland) appellierte die palästinensische Führung, sich unverzüglich für einen Stopp der israelischen Militärangriffe auf die Palästinenser in den besetzten Gebieten einzusetzen. Erst das Schweigen der gesamten Welt habe die "anhaltenden Verbrechen" der israelischen Armee möglich gemacht, hies es. Neuere Version des US-Nahostplans In der neueren Version des derzeit zwischen USA und EU abgestimmten Nahost-Planes soll die Forderung an die Palästinenser abgeschwächt werden, einen politisch starken Ministerpräsidenten neben Präsident Yasser Arafat einzusetzen. Statt weiter auf eine direkte Schwächung der Position Arafats zu setzen heiße es nun, es solle bei der Reform der palästinensischen Autonomieverwaltung ein "Übergangs-Ministerpräsident oder Kabinett mit erweiterter Exekutivgewalt" geschaffen werden. Das würde der Palästinensischen Nationalbehörde (PNA) mehr politischen Spielraum geben, verlautete aus diplomatischen Kreisen. Sharon will vor den Wahlen nicht auf Friedensplan reagieren Angesichts der jüngsten palästinensischen Terroranschläge und der innenpolitischen Situation in Israel hat die israelische Regierung den amerikanisch-europäischen Friedensplan auf Eis gelegt. Vor den vorgezogenen Knesset-Wahlen am 28. Jänner und der Bildung einer neuen Regierung werde es keine offizielle Reaktion mehr auf die Initiative geben, sagte Ministerpräsident Ariel Sharon. Ziel des Plans ist nach den Vorstellungen des "Quartetts" die Schaffung eines unabhängigen palästinensischen Staates bis 2005. (APA/dpa/AP)