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Foto: EPA/dpa/Martin Athenstaedt
Herzlia/Jerusalem - Mit großer Trauer hat Israel den Tod des früheren Außenministers Abba Eban aufgenommen. Eban, einer der legendären Gründerväter des Staates, wurde am Montagnachmittag in Kfar Shmaryahu beigesetzt. Hunderte von Trauergästen begleiteten den als "Stimme Israels" international bekannten Politiker, der am Sonntag im Alter von 87 Jahren gestorben war, auf seinem letzten Weg. Der ehemalige israelische Außenminister Shimon Peres würdigte ihn als "einer der größten Staatsmänner des 20. Jahrhunderts, nicht nur in Israel, sondern in der ganzen Welt". Ministerpräsident Ariel Sharon meinte, Abba Ebans reiches "Vermächtnis und sein Lebenswerk beweisen besonders in diesen Tagen, dass es nicht nur wichtig ist, was die Juden machen, sondern auch, wie sie ihre Taten erklären". Außenminister Benjamin Netanyahu meinte, Eban habe Israel "auf die Landkarte der internationalen Diplomatie gebracht". Eban wurde am 2. Februar 1915 in Kapstadt geboren, wuchs aber in England auf und studierte in Cambridge. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs trat er in die britische Armee ein und diente in Ägypten und Palästina, wohin er nach Kriegsende auswanderte. 1947 trug er maßgeblich dazu bei, die Vereinten Nationen zum Teilungsbeschluss für das ehemalige britische Mandatsgebiet Palästina zu bewegen, der im folgenden Jahr die Gründung des Staates Israel ermöglichte. Nach der Staatsgründung wurde er Botschafter bei den Vereinten Nationen und in den USA. Von 1966 bis 1974, wegen des Sechs-Tage- und des Jom-Kippur-Kriegs eine der bewegtesten Epochen der israelischen Geschichte, diente Eban als Außenminister. Als erstes israelisches Regierungsmitglied kam er 1970 zu einem offiziellen Besuch in die Bundesrepublik. Nach seinem Ausscheiden aus der Politik 1988 widmete der angesehene Hobby-Historiker sich dem Bücherschreiben.(APA/dpa)