Linz - Bei den Österreichern ist der Pessimismus betreffend die künftige Entwicklung der Wirtschaft seit dem Frühjahr deutlich gewachsen. Gleichzeitig ist die Zurückhaltung beim Geldausgeben größer geworden. Diesen auf den Ergebnissen einer Langzeitforschung beruhenden Trend zeigte das Linzer Meinungsforschungsinstitut "Spectra" in einer Presseaussendung am Dienstag auf. Spectra erhebt seit 1992 monatlich auf der Basis von 1.000 Personen den Wirtschaftsoptimismus beziehungsweise den -pessimismus der Österreicher sowie das Konsumklima. Dabei habe der Wirtschaftspessimismus seit dem Mai dieses Jahres deutlich zugenommen. Derzeit haben demnach 38 Prozent den Eindruck, dass es mit der Wirtschaft in Österreich "eher abwärts" gehen werde. Einen wirtschaftlichen Aufschwung würden hingegen nur zwölf Prozent erwarten. Vor sieben Monaten war das Verhältnis von Wirtschaftspessimisten zu -optimisten laut Spectra mit 26 zu 16 Prozent noch deutlich günstiger. Parallel dazu sei der Anteil der Österreicher, die mit ihrem Geld sparsamer umgehen, seit dem ersten Quartal bis zum Oktober 2002 von 42 auf 47 Prozent gestiegen. Das Segment der Ausgabefreudigen sei von knapp 30 auf 23 Prozent geschrumpft. Die Meinungsforscher begründen mit diesem Gleichschritt von steigendem Wirtschaftspessimismus und steigender Zurückhaltung beim Geldausgeben ihre Einschätzung, dass die Umsatzrückgänge im Handel nicht allein eine Folge der Euro-Einführung beziehungsweise der Euro-Unsicherheit seien. Die ungünstige Wirtschaftsstimmung sei der stärkere Einflussfaktor, vermuten sie. Und verweisen dazu auch auf die Umfrageergebnisse, wonach jene Österreicher, die an einen kommenden Wirtschaftsabschwung glauben, auch deutlich auf die Konsumbremse steigen. Unter diesen Pessimisten seien es 56 Prozent gewesen, die auf einen sparsameren Umgang mit ihrem Geld verwiesen hätten, während es unter den Wirtschaftsoptimisten nur 40 Prozent gewesen seien. (APA)