Salzburg - Jeder fünfte Erwachsene leidet an einer Nahrungsmittelallergie, gab am Dienstag Salzburgs Spitals-Referentin LH Maria Haidinger in einer Aussendung bekannt. Ursache seien Enzymdefekte, die bei der Aufnahme bestimmter Lebensmittel zu Verdauungsstörungen führen könnten. Die Politikerin warnte vor den Geschäftemachern "zweifelhafter Therapieeinrichtungen, wenn die Schulmedizin bei chronischen Krankheiten nur ein Linderung schaffen kann". Bekannte Beispiele von Nahrungsmittelallergien ist die Laktose-Intoleranz, die zur Milchzuckerunverträglichkeit führt, und die Histamin-Intoleranz. "Diese weisen zwar klinisch betrachtet dieselben Symptome auf wie echte Allergien, unterscheiden sich aber in ihrer Entstehung", erklärte Haidinger. Was im Unterschied zu Allergien fehle, sei eine Sensibilisierungsphase. Symptome sind Indiz Unspezifisches Symptome wie Juckreiz, Ausschlag, Nesselfieber, Atemwegsprobleme, Übelkeit und Durchfall könnten ein Indiz für eine Nahrungsmittelenergie sein. "Damit das Speisenangebot aber nicht unnötig eingeschränkt wird, soll die Diagnose von einem allergologisch erfahrenen Arzt gestellt werden", erläuterte die Landesrätin. Mit Eigendiagnose könne dem Körper mehr geschadet als genützt werden. Skepsis sei auch bei der Bioresonanztherapie angebracht. Studien würden belegen, dass das anmutende Konzept ohne jeden Wert sei. "Die beste Therapie heißt Vermeidung des symptomauslösenden Lebensmittels." Diplomierte Diätassistenten und ernährungsmedizinische Berater würden den Patienten mit fachkundigem Rat zur Seite stehen. "Fast jeder vierte Österreicher glaubt, an einer echten Nahrungsmittelallergie zu leiden. Tatsächlich liegt die Zahl wohl nur bei fünf bis sieben Prozent der Bevölkerung, wobei rund drei Prozent schwere Reaktionen aufweisen", sagte Haidinger. Echte Allergien würden durch eine überschießende Abwehrreaktion des Immunsystems gegen zunächst nicht schädliche, aber körperfremde Eiweißstoffe aus Pflanzen und Tieren hervorgerufen. "Sie können die Produktion von Antikörpern bewirken. Kommt es zu einem Kontakt zwischen Allergen, Antikörper und Mastzelle, werden Entzündungsmediatoren freigesetzt, die zu den Symptomen der Allergie führen." (APA)