Bild nicht mehr verfügbar.

Foto: REUTERS/Joe Klamar
Prag - Der tschechische Staatspräsident Vaclav Havel, dessen Land Gastgeber des bevorstehenden NATO-Gipfeltreffens in Prag ist, hat sich am Dienstag eindeutig gegen eine künftige NATO-Mitgliedschaft Russlands ausgesprochen. Auf einer Pressekonferenz auf der Prager Burg erklärte er, Russland sei ein sehr eigenwillige, große und mächtige euro-asiatische Großmacht, die ein Partner der NATO-Allianz sein müsse und mit ihr zusammenarbeiten sollte. "Ich kann mir aber Russland als NATO-Mitglied nicht vorstellen", so Havel. "Muss nicht anbieten, in die gleiche Wohnung zu ziehen" Die Aufnahme Russlands würde diese Zusammenarbeit eher lahm legen oder nichtig machen. "Wenn ich beispielsweise meine sehr guten Beziehungen mit dem Ministerpräsidenten unserer Regierung (Vladimir Spidla) weiter vertiefen möchte, dann werde sich sie sicher nicht dadurch vertiefen, dass ich ihm anbiete, in meine Wohnung einzuziehen. Damit würde ich die Beziehungen eher verschlechtern", sagte Havel. Erweiterung um südosteuropäische Staaten begrüßt Der tschechische Staatschef begrüßte die erwartete NATO-Erweiterung, die auf dem Prager Gipfel der Allianz am Donnerstag und Freitag beschlossen werden soll. Konkrete Staaten, die eingeladen werden sollen, wollte aber Havel nicht nennen, weil er sich dazu nicht berechtigt fühle. Angesprochen auf Bulgarien und Rumänien meinte Havel, diese seien wichtige europäische Länder und er werde sich darüber freuen, wenn sie nun aufgenommen würden. "Ich denke aber, dass es nicht die einzigen Staaten von Südosteuropa sein sollten, die (in die NATO) aufgenommen werden sollten. Wenn nicht jetzt, dann stufenweise in zwei, vier, fünf Jahren. Ich denke, dass auch Albanien, Kroatien, Mazedonien, Serbien und Montenegro diesem euroatlantischen kulturellen und geographischen Raum angehören", sagte Havel. (APA)