Sanaa/Kairo - Der jemenitische Staatspräsident Ali Abdallah Saleh hat gewalttätigen Islamisten im Jemen die Schuld an der "Einmischung" der USA in die inneren Angelegenheiten des südarabischen Landes gegeben. Bei einem Ramadan-Essen zum Fastenbrechen sagte er am Mittwochabend vor Politikern und Religionsgelehrten in der Hauptstadt Sanaa: "Wir sind es, die ihnen (den Amerikanern) den Vorwand liefern, um sich in unsere inneren Angelegenheiten einzumischen". Gleichzeitig rief Saleh die Nachbarstaaten Israels auf, die Grenzen für freiwillige Kämpfer zu öffnen. "Diese Armeen, die wir vorbereiten, sind bereit, nach Palästina zu gehen und (gegen die israelische Armee) zu kämpfen, wenn die Grenzen für uns geöffnet werden", sagte der jemenitische Präsident. Es sei die Pflicht aller Araber und Moslems, den Palästinensern bei ihrem Widerstand gegen die Besatzung beizustehen. In seiner Ansprache betonte der jemenitische Präsident, die Anschläge auf den US-Zerstörer "USS Cole" im Oktober 2000 und auf den französischen Öltanker "Limburg" im vergangenen Monat hätten seinem Land sehr geschadet, ebenso wie der Angriff auf einen amerikanischen Hubschrauber im Oktober sowie andere extremistische Aktionen. London hatte den etwa 300 im Jemen lebenden britischen Bürgern am vergangenen Freitag die Ausreise empfohlen. Andere westliche Regierungen stellen momentan ähnliche Überlegungen an. Beobachter in Sanaa meinten, mit dem Hinweis auf die "Einmischung" habe sich der Präsident auf den US-Raketenangriff auf sechs El-Kaida-Mitglieder in der jemenitischen Wüste Anfang November bezogen. Das Innenministerium in Sanaa hatte am Dienstag erstmals offiziell bestätigt, dass die Regierung Salehs von den Plänen des US-Geheimdienstes CIA zur "Liquidierung" des El-Kaida-Terroristen Kaid Sinian el Harithi gewusst hatte. Die Angehörigen des Terrornetzwerks El Kaida von Osama bin Laden seien für ihn keine echten Moslems, erklärte der Präsident. (APA/dpa)