Wien - Kurz vor der Wahl haben die Grünen am Mittwoch noch einmal bei einer Pressekonferenz auf die "triste Situation von Frauen am Arbeitsmarkt" hingewiesen. Während der blau-schwarzen Regierung sei die Arbeitslosigkeit von Frauen auf eine Rekordhöhe gestiegen, kritisierte die Wiener Landtagsabgeordnete Monika Vana. Für Frauen stellten vor allem auch die schlecht abgesicherten Arbeitsplätze ein Problem dar, so Sozialsprecher Karl Öllinger. Notwendig sei deshalb eine bessere soziale Sicherung. Öllinger sprach sich deshalb bei den Pensionen erneut für eine Grundsicherung von 630 Euro neben der Versicherungsleistung aus. Frauen würden etwa erst nach 15 Jahren einen Pensionsanspruch erwerben, gibt Öllinger zu bedenken. Das sei für viele Frauen eine große Hürde. Man schlage daher eine Änderung des Pensionsrechts vor: Das Geld aus dem Budgettopf für die Pensionen soll in die Grundsicherung fließen, die Ansprüche aus den geleisteten Beitragszahlungen sollen weiter bestehen. Öllinger fordert flexibles Karenzkonto Zudem forderte Öllinger erneut ein flexibles Karenzkonto. Die Karenzzeiten sollten sowohl verlängert als auch verkürzt werden können. Man wolle damit auch die partnerschaftliche Karenz fördern. Familienbedingte Arbeitsunterbrechungen von Frauen seien nämlich einer der wichtigsten Gründe für ihre niedrigeren Einkommen im Vergleich zu Männern. Teilzeitbeschäftigungen würden deshalb von den Grünen auch sehr "ambivalent" gesehen. Einerseits kenne man die Nachteile für Frauen andererseits würden sie aber auch von vielen gewünscht, da sie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser ermöglichen, so Vana. Es müsse nun jedenfalls "Schluss sein mit der frauenfeindlichen Politik", fordert Vana. Am 24. November gehe es deshalb auch um einen Kurswechsel am Arbeitsmarkt. Die Grünen verlangen deshalb ein Aktionsprogramm für Frauen und mehr Geld für Arbeitsmarktpolitik. Weitere Forderungen: Den Schutz atypisch Beschäftigter und Einbeziehung in Sozial- und Arbeitsrecht. Weiters eine AMS-Reform. Das Arbeitsmarktservice solle nicht nur vermitteln, sondern auch beraten, so Vana. Und die Umsetzung einer wichtigen Forderung des Frauenvolksbegehrens: die Bindung öffentlicher Mittel an Förderpläne. (APA)