Wien - "Gewalt im Röntgenbild" ist der Titel einer Wanderausstellung, die von Donnerstag, Abend bis Samstag in Wien zu sehen ist. Rund 120 "Bilder des Grauens", die brutale Foltermethoden zeigen, hat der Hamburger Arzt Prof. Dr. Hermann Vogel in rund 25 Jahren zusammengetragen. Nach Wien geholt wurde die Schau von Gesundheitsstaatssekretär Univ. Prof. Dr. Reinhart Waneck aus Anlass der Jubiläumstagung "30 Jahre RTA-Verband" und "50 Jahre Dipl. rad.-techn. AssistentInnen". Im Rahmen einer Gastprofessur in Mexiko wurde der Arzt erstmals mit Röntgenbildern der Gewalt konfrontiert. In über 30 Ländern folgte er den Spuren der Gewalt. Die Bilder stammen aus den Röntgenarchiven der jeweiligen Länder, aus Privatsammlungen von Ärzten und zum Teil direkt von den Opfern. Die Dokumente von Grausamkeit und Folter wurden zum Teil unter beträchtlichem Risiko beschafft. Sie wurden u.a. in Israel, im Tschad, in Kroatien und in der Türkei gemacht, hieß es. "Ausgefallene Medien" "Für mich als Mitglied der österreichischen Bundesregierung bedeutet es ein wichtiges Anliegen, auf diese - wie uns diese Ausstellung zeigt - nach wie vor vorkommenden grausamen schweren Menschenrechtsverletzungen nachhaltig aufmerksam zu machen", erklärte Waneck. Für ihn, der selbst Radiologe ist, sind diese Röntgenbilder zwar ausgefallene Medien, trotzdem könne eine entsprechende Aufmerksamkeit und die breite Auseinandersetzung in der Öffentlichkeit erreicht werden. Gezeigt wird weder Blut noch zerfetzte Körper. Nägel, die in den Kopf getrieben wurden, und Flaschen in bestimmten Körperöffnungen sind laut Waneck in ihrem Grauen und ihrer Intensität bedrückender als manch exaktes Foto in leuchtenden Farben. Die Röntgenbilder legen Zeugnis von der Grausamkeit des Krieges, der Folter und der alltäglichen sozialen Gewalt ab, hieß es. (APA)