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Foto: REUTERS/Tobias Schwarz
Köln/München - CSU-Generalsekretär Thomas Goppel hat einen umstrittenen Vergleich zwischen dem SPD-Sieg bei der Bundestagswahl und den Erfolgen der Nationalsozialisten von 1933 verteidigt und einen Rücktritt abgelehnt. "Mir ging es darum, die Problemlagen zu vergleichen", sagte Goppel am Freitag im ARD-Morgenmagazin. "Wir hatten 1933 Arbeitslosigkeit und Rezession in hohem Maße. Die Union müsse sich oft genug gefallen lassen, dass Politiker der Regierungsparteien nicht zimperlich seien. Er betonte zudem: "Sie können meine Aussagen nicht mit dem vergleichen, was sich in den letzten Wochen so manches Mitglied der Bundesregierung geleistet hat." Grüne fordern Distanzierung Stoibers zu Aussagen Goppels Nach Berichten der "Süddeutschen Zeitung" hatte Goppel auf einer Veranstaltung des CSU-Ortsverbandes im oberbayerischen Aschheim gesagt, dass in jenen Wahlkreisen, in denen 2002 SPD gewählt wurde, 1933 "eine andere Farbe gewählt" worden sei. Goppel selbst bestätigte am Freitag in der ARD, er habe gesagt: "Schauen Sie sich die Wahlkarte an. Die ist schon wieder ganz ähnlich wie 1933." Die bayerischen Grünen forderten inzwischen, CSU-Chef Edmund Stoiber müsse sich von Goppels Äußerungen distanzieren. "Goppel betreibt übelste Wählerbeschimpfung, wenn er Wähler der NSDAP von 1933 mit den Wählern von SPD und Grünen in diesem Jahr vergleicht." Berlins Bürgermeister im Visier Goppel hat nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" bei der CSU-Veranstaltung auch die Familienpolitik der rot-grünen Koalition kritisiert und dabei Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) ins Visier genommen, der sich offen zu seiner Homosexualität bekennt. Goppel sagte laut "SZ" auf der Veranstaltung: "Wowereit und Partner, die allabendlich versuchen, der Biologie ein Schnippchen zu schlagen und keinen Erfolg haben", würden von der Regierung auf eine Stufe gestellt mit Vater und Mutter, die ein ganzes Leben lang zusammen seien. Lügenbarone Bei einer anderen Veranstaltung, dem Parteitag der bayerische Christsozialen am Freitag, kommentierte Goppel die Wahlversprechen der SPD mit der Aussage "Gegen Schröder und Eichel wirkt der Baron von Münchhausen wie ein Musterknabe". (APA)