Eisenstadt - Burgenlands SPÖ-Parteichef LH Hans Niessl geht davon aus, dass Schwarz-Blau weiter regieren wird. Die SPÖ sollte seiner Meinung nach in die Opposition gehen. ÖVP-Landeschef Franz Steindl bezeichnete das Wahlergebnis als "fulminanten und großartigen Erfolg". Die Volkspartei solle nun mit allen Parteien Gespräche führen. Auch nach diesem Wahlergebnis habe Schwarz-Blau die Mehrheit, stellte Niessl fest. Auf die Frage, ob die SPÖ ein Angebot Wolfgang Schüssels, als Juniorpartner in die Regierung einzutreten, annehmen sollte, meinte Niessl: "Gusenbauer hat vor den Wahlen gesagt, dass er als Zweitstärkster in Opposition geht. Für mich hat das Wort vor der Wahl den gleichen Stellenwert wie nach der Wahl. Die SPÖ sollte in Opposition gehen." Trick Niessl glaubt, dass der Schachzug der ÖVP mit der Nominierung Karl-Heinz Grassers ein guter Schachzug war. "Nur vermute ich, dass das ein Trick war." Für den Fall, dass Schwarz-Blau fortgesetzt werde, habe die FPÖ immer gesagt, dass Grasser nicht mehr Finanzminister sein werde. "Ich vermute, dass es sich bei dieser Nominierung um eine Täuschung gehandelt hat. Aber der Wähler hat das honoriert." Für die Landes-SPÖ stellte Niessl mit Genugtuung fest, dass die Partei ihre vier Wahlziele - 45 Prozent der Stimmen, ein drittes Nationalratsmandat, keine schwarz-blaue Mehrheit auf Landesebene und stärkste SPÖ-Landesorganisation österreichweit - mit größter Wahrscheinlichkeit erreichen werde. "Es ist für mich das zweite Mal, dass ich bei einer Wahl ein derartiges Glücksgefühl empfinde", meinte Steindl in Anspielung auf sein einstigen Erfolg bei der Bürgermeisterwahl in Purbach, wo er für die Volkspartei den Sessel des Ortschefs von den Sozialdemokraten geholt hatte. Er habe einen "derart professionellen Wahlkampf noch nie erlebt". Das Resultat sei ein "Rot-Weiß-Rotes Ergebnis", die ÖVP habe "nie irgendeine Partei ausgegrenzt". Über die Meinung von Landeshauptmann Niessl, als SPÖ in Opposition zu gehen, sei er "enttäuscht", meinte der ÖVP-Chef. Es sei "kleinkariert", wenn man "das Ergebnis nicht gebracht" habe, in Opposition zu gehen. Für FPÖ-Parteiobmann Stefan Salzl ist Schwarz-Rot "die wahrscheinlichste Variante". Er gehe aber davon aus, dass Alfred Gusenbauer als Nr. 2 aber nicht zur Verfügung stehen wird, eine schwarz-rote Regierung also ohne Gusenbauer installiert wird. Zur FPÖ selbst stellte Salzl fest, dass sie nach den massiven Verlusten "vom Wähler nicht in der Regierung gewünscht wird, sondern in der Opposition". Schwarz-Grün wäre seiner Meinung nach "zu schwach für eine tragfähige Regierung". Der Grasser-"Joker" hat der ÖVP nach Einschätzung Salzls fünf Prozent gebracht. Seinen Rücktritt als FPÖ-Landesparteichef schloss Salzl, er seit der Landtagswahl 2000 einige FPÖ-Niederlagen einstecken musste, aus. "Es wäre allen gegenüber unfair, in diesen schwierigen Zeiten den Hut draufzuhauen. Nur Ratten verlassen das sinkende Schiff." Die grüne Landessprecherin Grete Krojer zeigt sich von der ersten Hochrechnung "überrascht". Man habe ein anderes Ergebnis erwartet. "Ich finde es bedauerlich, dass die Negativkampagne gegen die Grünen offenbar Früchte gezeigt hat", so Krojer. Dies sei schlecht für die politische Kultur. Mit dem Landesergebnis sei man zufrieden, da man leicht zugelegt habe. Für Schwarz-Grün auf Bundesebene sehe sie persönlich aus heutiger Sicht keine Basis, so Krojer abschließend. (APA)