Bild nicht mehr verfügbar.

Undatiertes Archivbild von Dipl.-Ing. Dr. Egon Haar (r.) und Dipl.Ing. Reinhard Hafellner (l.) mit einem Modell des von ihnen erfundenen neuartigen Kanaldeckels

Foto: APA/Weeber
Wien - Mit einem innovativen Niveau-Ausgleichssystem (ANA) für Kanaldeckel ernteten die obersteirischen Erfinder Egon Haar aus Judenburg und Ernst Hackenberg aus Fohnsdorf Auszeichnungen bei der 51. Erfindermesse "Eureka" in Brüssel. Das Besondere des Deckels ist seine Flexibilität, er kann sich bis zu einem gewissen Grad an Bewegungen der Asphaltdecke anpassen, Risse werden somit vermieden. Problem Normalerweise sind Kanalschächte starre Betonröhren, abgedeckt mit mehr oder weniger massiven Eisendeckeln. Durch feine Bewegungen der Straßendecke - bedingt etwa durch Temperaturänderungen - kommt es zwischen Kanal und Asphalt häufig zu Spannungsrissen, die irgendwann zu aufwendigen Reparaturen führen. Das mittlerweile patentierte ANA ist dagegen eine flexible Abdeckung, die Bewegungen im Asphalt mitmacht und so vorzeitige Schäden vermeiden soll. Die so genannte Schleppplatte ist nichts anderes als ein Ring aus Kunststoff mit einem Durchmesser von 1,5 Meter, im Zentrum kommt der eigentlich Deckel zu liegen. Egal in welche Richtung der Asphalt sich ausdehnt, zusammenzieht oder sich sonst bewegt, die Schleppplatte schwimmt gleichsam mit und vermeidet so Spannungen. Kunststoff als Lösung Damit die die Kunststoffplatte den Einbautemperaturen des Bitumens standhält, wurde in Zusammenarbeit mit der Montanuniversität und der Firma a.p.e eine spezieller, glasfaserverstärkter Kunststoff ausgewählt. "Während statistisch gesehen 30 Prozent aller in öffentlichen Straßen eingebauten Schachtverschlüsse alle vier bis fünf Jahre saniert werden müssen, wurde für das ANA-System eine Lebensdauer von deutlich über 25 Jahre berechnet", berichtete Haar. Ein Ring koste 220 Euro, die Einzelsanierung eines herkömmlichen Kanals 300 Euro. Bei der Eureka erhielten die Erfinder den Ehrenpreis "Dienst am Fortschritt" sowie die höchste Anerkennung, den "Grand Prix d'Innovation 2002". Das ANA-System wurde für 28 Staaten, darunter USA, Kanada und die gesamte EU, patentiert. Ein Produzent für die Serienherstellung sei mittlerweile auch gefunden, so die ausgezeichneten Tüftler. (APA)