Eröffnung des Spittelbergmarktes mit viel politischer Prominenz: Der grüne Bezirksvorsteher Thomas Blimlinger, Forum-Obmann Pius Strobl, SPÖ Bundesgeschäfts - Führerin Andrea Kuntzl und Thomas Chorherr, Klubobmann der Wiener Grünen (v.l.n.r)

kulturverein forum spittelberg

Wien - Der Weihnachtsmann ist ein fairer Kerl. Jedenfalls dann, wenn er Bananen verteilt - vorzugsweise am Spittelberg. Und auch Punsch kann durchaus fair an- und aufwärmen. Natürlich auch am Spittelberg. Und wenn dann noch der 49er vorbeifährt und statt dem üblichen Knallrot ein sattes Knallgelb aus der Siebenstern Gasse auf den Neubauer Weihnachtsmarkt herüber blitzt, dann sollte dem einen oder anderen vorweihnachtlich auf "gut" gepolten Menschen ein Licht aufgehen: Fairness kann man kaufen. Sogar im alltäglichen Weihnachtseinkaufstrubel.

Allerdings hofft Rainer Stoiber, dass diese Erkenntnis nicht bloß auf den Kunsthandwerksmarkt im ohnehin alternativafinen siebten Bezirk beschränkt bleiben wird: Bis zum 22. Dezember hat der Sprecher der Handel-Lobbyingorgnaisation "Trans Fair" nämlich die "Fairen Wochen" in Wien ausgerufen. (Die gelbe Bim wird aber erst ab 2. Dezember über die Ringstraße und auf der 49er-Route zuckeln.)

In über 40 Veranstaltungen im öffentlichen Raum und in Schulen sollen dabei Möglichkeiten eines fairen Einkaufsverhaltens im Wohlstandsalltag aufgezeigt werden.

Schließlich, so der Trans-Fair-Sprecher, belege eine market-Studie, dass "bis zu 80 Prozent der Konsumenten bereit wären, für Produkte, die nach unseren Prinzipien gehandelt werden, ein paar Cent mehr zu bezahlen."

Die Prinzipien sind klar: Produkte aus dem Süden - Kaffee, Kakao, Bananen und dergleichen - sollen unter sozial- und ökologisch verträglichen und vertretbaren Bedingungen hergestellt werden.

"Natürlich", so Stoiber, "kann man die Preise dann nicht mit den Billigstangeboten im Supermarkt vergleichen - aber im Qualitätsbereich sind wir durchaus wettbewerbsfähig." Fair-Trade-Bananen seien etwa die einzigen Bio-Bananen, die es überhaupt zu kaufen gibt.

Das Handelsvolumen mit Fair-Trade-Produkten bis 2006 zu verfünffachen ist erklärtes Ziel der Kampagnen, mit denen die Fair-Händler seit 2002 verstärkt an die Öffentlichkeit treten. 2001 betrug es - österreichweit - rund vier Millionen Euro.

Der Markt, so Stoiber, sei aber auf alle Fälle vorhanden: "in der Schweiz haben Fair-Trade-Bananen bereits einen Marktanteil von 20 Prozent." (Thomas Rottenberg, DER STANDARD, Printausgabe, 26.11.2002