Den Haag - Mehr als 90 Länder haben am Montag das erste multilaterale Abkommen zur Begrenzung der Verbreitung ballistischer Raketen vereinbart. Der Kodex ist auf Betreiben der Europäischen Union zu Stande gekommen. Er ermutigt zur Zurückhaltung bei Entwicklung, Tests und Verbreitung dieser Waffen und sieht vertrauensbildende Maßnahmen wie etwa die Vorankündigung beim Einsatz solcher Raketen vor, berichtete der niederländische Außenminister Jaap de Hoop Scheffer bei der Zeichnungskonferenz in Den Haag. Der Verhaltenskodex, den auch die USA und Russland sowie die EU- Länder unterzeichnet haben, ergänzt eine Reihe bestehender Verträge zur Nicht-Weiterverbreitung von Raketen. Er soll als erster weltweite Geltung erhalten. Zur Unterzeichnung sind alle Staaten eingeladen worden, mit Ausnahme des Irak. Obwohl der Kodex keine Sanktionen vorsieht, bezeichnete De Hoop Scheffer ihn als Erfolg. Gruppendruck sei ein wirksameres Mittel als Strafen, sagte er nach der Unterzeichnung. Der Vertrag sei das erste weltweite Nichtverbreitungsinstrument, das speziell auf Systeme ziele, die Massenvernichtungswaffen tragen könnten. Der Verhaltenskodex sei ein erster und wichtiger Schritt, wenngleich "wir einige wichtige betroffene Staaten wie China, Indien, Pakistan, Irak und Iran vermissen", sagte De Hoop Scheffer. Pakistan hatte an den Vorbereitungskonferenzen noch teilgenommen. Auch Syrien, Israel und Nordkorea unterzeichneten den Kodex nicht. (APA/dpa)